AOL Time Warner: US-Behörde prüft Swaps und Top-Management

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Gibt es auch bei AOL Worldcom-Tricks?

Die amerikanische Börsenaufsicht nimmt sich die komplizierten Swapping-Transaktionen mit Qwest Communications International und Worldcom von AOL Time Warner vor. Die beiden Geschäftspartner müssen sich jedoch schon eigenen Untersuchungen von SEC und Sicherheitsbehörden stellen.

Nun stehen auch die Top-Manager des Medienkonzerns im Verdacht, sich mit illegalen Aktienverkäufen illegal bereichert zu haben. Insgesamt 15 Führungskräfte, darunter AOL-Gründer Steve Case und der jetzige Vorstandschef Richard Parsons, sollen trotz geschäftlicher Einbußen zwischen Februar und Juni 2001 an Aktienverkäufen rund 500 Millionen Dollar verdient haben.

So räumte alleine Case rund 100 Millionen Dollar ab, Parsons 21 Millionen. Als Robert Pittman, der damalige Chief Operating Officer im Juli zurücktrat, nahm er 66 Millionen Dollar mit.

Außerdem hatte das Management immer wieder herausgestrichen, dass die ehrgeizigen Gewinn- und Umsatzziele zu erreichen sind. Im Jahr 2001 sollte ein Wachstum von 12 Prozent erzielt werden, und der Umsatz sollte um 30 Prozent steigen.

Schon in der vergangenen Woche aber hatte AOL Time Warner einräumen müssen, dass der Umsatz vom Internet-Arm des Konzerns AOL zwischen Herbst 2000 und Sommer 2002 um 49 Millionen Dollar unzulässigerweise aufgebläht gewesen sein könnte.

Jetzt muss geklärt werden, ob die Manager bereits am Erreichen der Ziele zweifelten, als sie ihre Aktien verkauften. Außerdem könnten sie über mögliche Bilanztricks informiert gewesen sein.