WCDMA-Technik: Nokia schlittert in China über dünnes Eis

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Misstrauen der Chinesen könnte die Finnen den Kopf kosten

Obwohl Nokias CEO Jorma Olilla vor kurzem als erster Europäer zum Ehrenbürger der chinesischen Hauptstadt Peking gekürt wurde, sieht es nicht gut aus mit den Geschäften in einem der weltgrößten und wichtigsten Wachstumsmärkte der Mobilfunkindustrie. So ist im Ringen um den Standard, der in China die Mobiltelefonantennen glühen lassen soll, noch längst nicht das letzte Wort gesprochen, vermuten Branchenkenner.

Die von Nokia favorisierte Technik wideband code division multiple access (WCDMA) soll zwar laut Beschluss des Mobilfunkunternehmens China Mobile Ende 2003 eingeführt werden. Allerdings häufen sich die Zweifel im Osten, ob die Übertragungstechnik nicht zu komplex und kostenaufwändig sei und einen ganzen Rattenschwanz an weiterer teurer Technik aus dem Westen nach sich ziehen könne.

Wang Xiaochu, Chairman und CEO von China Mobile, machte jetzt einen pragmatischen Vorschlag – und stößt damit bei Nokia auf wenig Begeisterung: Zunächst wolle das Unternehmen abwarten, wie die asiatischen Unternehmen Hutchison Whampoa und NTT Docomo die Einführung von WCDM meisterten.

Erst nachdem man sich vom Erfolg überzeugt habe, sei an eine WCDMA-Einführung zu denken. Andernfalls, so Xiaochu, werde sein Unternehmen alternative Technik einführen.