RWE gibt Powerline den Todesstoß

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Verhandlungen mit Deutscher Telekom gescheitert

Der Energie- und Versorgungskonzern RWE wird sein Powerline-Projekt, das viel diskutierte “Internet aus der Steckdose” einstellen. Das Tochterunternehmen soll abgewickelt werden, die Mitarbeiter würden zum Monatsende gekündigt, berichtet die Financial Times Deutschland. Verhandlungen mit der Deutschen Telekom über einen gemeinsamen Betrieb hätten zu keinem Ergebnis geführt, heißt es.

Die Internetanbindung sollte deutlich mehr Bandbreite zur Verfügung stellen als ein heute üblicher DSL-Zugang. Allerdings hatte RWE nach eigenen Angaben massive technische Probleme mit dem von Ascom gelieferten Modem. Der Zulieferer bestritt dagegen jeden Mangel, die Datenmodems für das Stromnetz würden in anderen Ländern schließlich auch eingesetzt.

RWE hatte den Testbetrieb in Essen und Mühlheim im vergangenen Jahr gestartet. Das Interesse der Kunden blieb mit 2000 Verträgen jedoch weit hinter den Erwartungen zurück. Ursprünglich waren bis Jahresende 120 000 Powerline-Nutzer anvisiert. Momentan versuchen sich noch die Baden-Württembergische EnBW und der Mannheimer Stadtversorger MVV mit der Zukunftstechnik – bisher ohne durchschlagenden wirtschaftlichen Erfolg.