Erfolg oder Misserfolg: Den CEO beißen immer die Hunde

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Pläne für morgen kann er sowieso vergessen

Firmengründer sollten nicht nur vor einem Misserfolg Angst haben. Auch wenn die von ihnen gegründete Firma nicht das Zeitliche segnen oder sogar Erfolge präsentieren sollte, sitzen sie auf einem exponierten Schleudersitz und werden oft als erste gefeuert.

Speziell wagniskapitalfinanzierten Unternehmen blüht im Erfolgsfall oft erst recht ein neuer CEO. Das fand Warren Boeker, Professor für Ökonomie an der Washington Business School, bei einer Studie heraus. Er stellte fest, dass Investoren bei Start-up-Gründern oft pauschal davon ausgehen, dass der Gründer ausschließlich Visionär und daher nur für die ersten Jahre einer Firma geeignet sei. Danach bräuchte es vor allem kaufmännisches Wissen – das aber trauen nur die wenigsten Investoren jungen Gründern zu.

Die intensive chronologische Untersuchung des Karrierewegs von 434 Unternehmensgründern zwischen 1983 und 1999 brachte das Unglaubliche zutage: 35 Prozent von ihnen verloren trotz Erfolgs und schwarzen Zahlen schon nach wenigen Jahren ihre Stelle. Oft seien charismatische High-Tech-Gründerpersönlichkeiten zwar eher geeignet, Geldgeber anzuziehen, “aber als Firmenchefs verlieren sie schnell ihre Attraktivität für die Investoren, die oft nur die Führung von Großunternehmen gewohnt sind”, kritisiert Boeker. “Oft verstehen diese lediglich etwas von Marketing, Channel Distribution und Management.”