Cisco-Prognose bringt die Branche zum Schlottern

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Nachfrage weiter im Sinkflug

Cisco, der nach Umsatz größte Hersteller von Netzwerktechnik, sieht nunmehr auch schlechten Zeiten entgegen. So hat das Unternehmen gemeldet, der Auftragsbestand sei um 30 Prozent zurückgegangen – allein im letzten Jahr. Außerdem hat die Aussage von CEO Chambers, das Einrechnen von Aktienoptionen in die Geschäftsberichte reduziere den ausgewiesenen Gewinn um 80 Prozent, für Angst in der Branche gesorgt.

Durch die zentrale Stellung, die der Konzern genießt, könnte eine Gewinnwarnung von Cisco schließlich eklatante Auswirkungen auf die gesamte IT-Industrie haben. In Zahlen betrachtet lassen die beiden genannten Aspekte Schlimmes ahnen: Die an Mitarbeiter ausgegebenen Aktienoptionen belaufen sich auf 1,52 Milliarden Dollar. Dieser Betrag muss nach US-Recht zwar nicht unbedingt als Verlust ausgewiesen werden, belastet aber faktisch die Bilanz.

Die sinkende Nachfrage nach Cisco-Technik äußert sich nach Unternehmensangaben so: Im letzten Jahr um diese Zeit lagen die anstehenden Aufträge noch bei einem Wert von 2 Milliarden Dollar – in diesem Jahr sind es nur noch 1,4 Milliarden. Analyst Inder Singh von Prudential Securities warnt: “Wenn Cisco bei den jetzigen Aussagen bleibt, haben sie einen geringeren Nachfrageüberhang und andererseits hohe Umsatzerwartungen – das ist ein sehr schlechtes Vorzeichen für dieses Quartal, denn beide Prognosen stehen im Widerspruch zueinander.” Das Quartal geht in zwei Wochen zu Ende.