Tower24: Richtfest für das B2C-Logistikkonzept

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Pickup-Station für den Service rund um die Uhr

Die Beschäftigten des Technologiezentrums Dortmund und der angrenzenden Firmen können pünktlich zum diesjährigen Weihnachtsgeschäft die erste Pick-up-Station “Tower 24” nutzen. Das wird die Online-Shopper und die Hasser der Brötchenkultur freuen. Denn dann gibt es auch Frisches aus dem automatischen Ganztageskaufhaus.

Das Konzept stammt vom Fraunhofer Institut für Materialfluss und Logistik (IML), Dortmund. Gemeinsam mit den Logistik-Spezialisten SSI Schäfer Noell und dem Hermes Versand Service HVS will das Institut den ersten Tower in Betrieb nehmen.

Das automatische Lagersystem soll einige wesentliche Probleme lösen, die sich beim Versand von Konsumgütern auftun, wenn sie per Internet bestellt werden. Beispielsweise steigen die Transportkosten im umgekehrten Verhältnis zum Auftragsvolumen überproportional an. Außerdem lässt sich ein Versand von frischen Lebensmitteln kaum realisieren. Wesentlich dafür ist die permanente Einhaltung eines Temperaturbereichs über die gesamte Transportkette. Schließlich sind die Zeitfenster, in denen die Waren an der Haustür abgeliefert werden sollen, zu groß.

Das Mikrodistributionssystem Tower 24 ist ein Turm mit 4 Meter Höhe und einem Durchmesser von rund 10 Meter. Er lässt sich in mehrere Temperaturbereiche unterteilen, zum Beispiel in einen Frischebereich mit 2 bis 7 Grad Celsius. Das Bauwerk bietet Platz für 300 Standardbehälter mit 600 mal 400 Millimeter Grundfläche.

In der Mitte befindet sich auf zwei Säulen eine Vorrichtung, die zusammen mit einem Bodendrehtisch die ringförmig angeordneten Behälterplätze ver- und entsorgt. In weniger als 20 Minuten lassen sich 100 Sendungen einlagern.

Die Empfänger erhalten zusammen mit ihrer Benachrichtigung per SMS oder E-Mail eine PIN übermittelt. Damit können sie sich bei der Abholung identifizieren.

Vorteil dieser Lösung ist eine mögliche Bündelung der Warenströme in der Nähe des Kunden. Die Zustellzeiten lassen sich reduzieren. Da kein Personal erforderlich ist, zum Beispiel lassen sich die Behälter maschinell reinigen, können die Betrieskosten auch bei einer 24stündigen Verfügbarkeit niedrig gehalten werden.