Politik und Wirtschaft beschwören UMTS-Erfolg

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Treffen der Branchenhäuptlinge signalisiert (Zweck)-Optimismus

Auf einem UMTS-Kongress am Rande der Branchenmesse Systems in München beschworen hochkarätige Branchenvertreter den Erfolg der neuen Drahtlos-Technik. Ausrüster und künftige Betreiber versprechen sich vielfache Geschäftsimpulse. Die Lizenzbedingungen stehen allerdings nicht zur Disposition.

In dieser Frage herrschte eine weit reichende Einigkeit unter den Referenten. Erwin Huber, Leiter der Bayerischen Staatskanzlei lehnte eine Änderung ebenso ab wie Fabio Colasanti, Generaldirektor für die Informationsgesellschaft der EU. In die gleiche Kerbe hieb auch der Chef der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post, Matthias Kurth.

Ebenso einig waren sich die Würdenträger aber auch darin, bei Problemen Flexibilität an den Tag zu legen. “Die RegTP entzieht sich keinem Dialog”, so Kurth. Im Übrigen seien die Lizenzbedingungen ja auch alles andere als hart: Die laut Lizenzvertrag geforderte Erreichbarkeit von 25 Prozent der Bevölkerung sei schon mit einer geographischen Abdeckung von lediglich zwei Prozent zu erreichen, sagte Kurth.

Flexibilität forderten die Funktionäre nunmehr von den UMTS-Linzenzinhabern. “Die Marktteilnehmer müssen Wege finden, um das Vertrauen in das Businessmodel zurückzugewinnen”, sagte Colasanti. Mehr eine zeitliche Flexibilität hatte wohl Kurth im Sinn: “Wir müssen uns darauf einstellen, dass das Kundenwachstum mit Verzögerung stattfindet”. Im Übrigen, so der Chef der RegTP, habe auch bei den GSM-Netzen der Boom erst nach einigen Jahren Marktpräsenz eingesetzt.

Immerhin scheint sich in der Politik ein Bewusststein dafür gebildet zu haben, dass jetzt allmählich etwas passieren muss: “Weitere Verzögerungen mit dem UMTS-Aufbau können wir uns nicht mehr leisten”, drängte Erwin Huber mit Blick auf die Märkte in Japan und Korea, wo die 3G-Mobilfunkdienstleistungen bereits einen Beitrag zum Wirtschaftswachstum leisteten.

Silicon meint: Wird UMTS ein Erfolg oder ein Rohrkrepierer – diese Frage beschäftigt die Branche ja bereits seit längerem. Das schnelle Geld, so viel ist sicher, ist mit dem neuen Mobilfunkstandard jedenfalls nicht zu machen. Die Anbieter wären gut beraten, sich nicht allzu sehr auf UMTS zu verlassen – andernfalls wird es mit ziemlicher Sicherheit ein böses Erwachen für viele geben.