IT-Branche erholt sich – wenigstens ein bisschen

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Herbst 2002: Silberstreif auch für die PC-Hersteller

Noch haben die Erwartungen in die Wirtschaftlage der Informations- und Telekommunikations-Branche Bodenhaftung, doch es scheint, als konnten die Hersteller und Händler der Hölle noch einmal entkommen. Denn es gibt keine weiteren Indizien für einen generellen Abschwung.

Die Marktforscher der Gartner Group haben in Europa 330 CEOs über ihre IT-Pläne für die kommenden Jahre befragt. Vorab gab der Gartner-Analyst Steve Prentice Auskünfte über die wichtigsten Ergebnisse.

Demnach erwarten 76,4 Prozent der Auskunfterteilenden keine Änderungen bezüglich ihres IT-Budgets oder eine Aufstockung. Ein Fünftel allerdings tendiert zum Pessimismus. 20,6 Prozent erwartet eine Verschlechterung der Situation.

Laut Prentice gibt es national und regional kaum nennenswerte Unterschiede. Insgesamt kann die IT-Branche um rund fünf Prozent zulegen. Über das höchste Wirtschaftswachstum darf sich vermutlich Italien freuen. Hier liegt der Satz bei zirka 10 Prozent. Doch ansonsten liege die Steigerungsrate auch über das Jahr 2003 hinweg nur im einstelligen Bereich, so Prentice.

Auch Unterschiede zwischen den einzelnen Segmenten kann der Analyst nicht ausmachen. Zwar sehe im Bereich Software und Services leicht besser aus als in der Hardware und bei den Netzzulieferern. Doch Ausreißer wie IDS Scheer und Microsoft machten noch keinen Trend. “Es gibt keine Rückkehr zu den Steigerungsraten des vergangenen Jahrzehnts”, postuliert Prentice.

Der Grund dafür sei darin zu suchen, das die Anwenderunternehmen erst jüngst heftig in IT und Telekommunikation investiert hätten. Es bestünde eine Art Überhang an Investitionen, die sich nun erst zu amortisieren hätten.

Daran ändere auch nichts, dass das E-Business weiter ausgebaut würde. Vielmehr werde E-Business zum alltäglichen IT-Geschäft., für das normale Budgets und Rahmenbedingungen herrschten.

Vergleichbares beobachtet der Analyst auch bei der Hardware. Sie gerate zur als selbstverständlich wahrgenommenen Massenware. Das mag insbesondere für PCs gelten.

Den PC-Markt hat es in diesem Jahr besonders gebeutelt. Fünf Quartale hintereinander war die Nachfrage geschrumpft. Und die durch Intel und AMD lancierten Prognosen für das vierte Quartal 2002 sowie darüber hinaus versprechen ebenfalls keine goldenen Zeiten.

Nach Angaben der Gartner-Tochter Dataquest hat sich allerdings der PC-Markt in Europa, im Mittleren Osten und Afrika im dritten Quartal dieses Jahres erst einmal erholt. Insgesamt lieferten die Hersteller sogar sieben Prozent mehr Geräte aus als im Vergleichszeitraum des Vorjahres.

Verantwortlich für die Zunahme waren die Privatverbraucher sowie kleine Unternehmen, die einkaufen gingen. Das gilt insbesondere für Westeuropa und hier explizit in Deutschland.

Doch leider handele es sich nur um ein kurzfristiges Aufleuchten, nicht um ein Anzeichen für eine generelle Erholung, vermutet Dataquest. Frühestens in der zweiten Hälfte des kommenden Jahres dürfe mit einem nachhaltigen Aufwärtstrend gerechnet werden.

Bezogen auf einzelne Hersteller stellt sich das Q3-Wachstum unterschiedlich dar. Den höchsten Zuwachs von 22,4 Prozent kann Acer verzeichnen. Der Hersteller hat nun einen Marktanteil von 4,4 Prozent. Zweiter im Rennen um Zuwächse ist Dell mit einem Plus von 10,6 Prozent. Die Texaner erlangten damit ein 9,2-Prozent-Stück vom Kuchen. Fujitsu legte um 6,1 Prozent zu. Damit können die Japaner auf einen Marktanteil von 7,3 Prozent verweisen.

Hewlett-Packard schließlich verteidigt zwar den größten Anteil, der derzeit 18,5 Prozent beträgt, hat aber nur geringe Zuwächse von 1,7 Prozent. Big Blue schließlich verkaufte als einziger von den Großen weniger PCs – und zwar 3,5 Prozent. Damit beträgt der Anteil von IBM am weltweiten PC-Geschäft 5,1 Prozent.