E-Plus im Mobilcom-Glück

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Zukunft der Lizenz im Unklaren

Die Krise des deutschen Mobilfunkers Mobilcom könnte sich als Geschenk für den Konkurrenten E-Plus erweisen. Eine Sprecherin der KPN-Tochter bestätigte der Financial Times Deutschland, dass es Gespräche zu einer Übernahme des UMTS-Netzes zwischen den beiden Unternehmen gebe.

Da Mobilcom den Ausbau seiner Netze mit großem Druck vorangetrieben hatte, sind mit der aufgebauten Infrastruktur bereits heute rund 17 Prozent der Bevölkerung – vornehmlich in Ballungsgebieten – erreichbar. Die Lizenzbestimmungen schreiben vor, dass die Netzbetreiber in gut einem Jahr ein Viertel der Bevölkerung mit ihren UMTS-Diensten erreichen müssen.

E-Plus könnte im Gegenzug für das Netz auf Forderungen über 600 Millionen Euro verzichten, die Mobilcom zahlen müsste, weil ein Kooperationsvertrag zwischen den beiden Lizenzinhabern nicht erfüllt werden kann.

Nachdem der Mobilcom-Großaktionär France Télécom signalisiert hat, einen Großteil der Schulden vor einem Rückzug aus der Mobilcom zu übernehmen, wird in der Branche jetzt darüber spekuliert, was wohl mit der UMTS-Lizenz passiert.

Sollte die Regulierungsbehörde einen Verkauf zulassen, wäre der Hongkonger Mischkonzern Hutchison Whampoa der heißeste Interessent. Allerdings kann Mobilcom von den einst gezahlten 8,4 Milliarden Euro wohl nur noch eine Milliarde erlösen.