SCM Microsystems enttäuscht – erspäht Chance in der Krise

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Schlaffes Digitalfernsehen macht zu schaffen

SCM Microsystems hat mit seinen Zahlen für das dritte Quartal die eigenen Erwartungen sowie die der Analysten herb enttäuscht. Das deutsch-amerikanische Technologieunternehmen bekommt vor allem die Flaute auf dem Markt für digitales Fernsehen zu spüren.

Der Hersteller versorgt Anbieter von Decodern für den digitalen TV-Empfang mit entsprechenden Lesegeräten, auf denen die Anwender den Empfang mittels Chipkarte freischalten können. Die andauernde Krise berge allerdings die Chance, dass sich eine offene Plattform gegenüber proprietären Lösungen verschiedener Anbieter durchsetzen werde, heißt es bei SCM.

Momentan kann aber offenbar auch ein Auftrag des angeschlagenen Abonnement-Senders Premiere World nichts an der wirtschaftlich schwierigen Situation bei SCM ändern. 400 000 Module wird der Hersteller liefern, trotzdem soll der Umsatz für das laufende Jahr nur noch zwischen 169 und 174 Millionen Dollar liegen. Mindestens 183 Millionen waren die bisherige Zielmarke.

Auch wenn im dritten Quartal nach Unternehmensangaben ein Verlust von 1,3 Millionen Dollar aufgelaufen ist, hofft SCM auf einen bescheidenen Gewinn von 2,4 Millionen Dollar. Die Anleger waren offensichtlich bestürzt über diese Nachrichten und straften die Aktie zeitweise mit einem Minus von 20 Prozent ab. SCM hat angekündigt, über die kommenden beiden Jahre hinweg, eigene Aktien im Wert von 5 Millionen Dollar zurückzukaufen.