STMicroelectronics gelingt Entwicklungssprung in der Mikroelektronik

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Leuchtendes Silizium als Grundlage für schnellere Computer

Der französisch-italienische Chiphersteller STMicroelectronics hat es geschafft, Silizium-Leuchtdioden zur gleichen Lichtausbeute wie Galliumarsenid-LEDs zu verhelfen. Was sich banal anhört, könnte die Grundlage für leistungsfähigere Computer schaffen. Auch faseroptische Übertragungssysteme könnten von der Entwicklung profitieren.

Einem Bericht der New York Times zufolge gelang es dem Unternehmen, die Lichtausbeute von Silizium um den Faktor 100 zu steigern. Damit könnte ein Problem gelöst werden, welches die Entwickler von Prozessoren seit geraumer Zeit beschäftigt: Mit zunehmender Chipgröße und steigender Taktfrequenz treten auch bei den kurzen Entfernungen innerhalb eines Computerchips zunehmend Laufzeiteffekte auf, die die Geschwindigkeit des Prozessors begrenzen.

Wird die Taktversorgung innerhalb des Chips dagegen mittels Lichtblitzen statt über elektrische Leitungen realisiert, so ließe sich dieser Effekt teilweise neutralisieren. Das Ergebnis wären höhere Taktfrequenzen und damit leistungsfähigere Prozessoren. Fürs erste jedoch will STMicroelectronics die Technik in so genannten Optokopplern für den Automobilbau einsetzen.

Ebenfalls an diesem Wochenende gab das Unternehmen seine aktuellen Quartalszahlen bekannt. Danach ist der Gewinn gegenüber dem Vorjahresquartal um satte 36 Millionen auf 131 Millionen Dollar geklettert, der Umsatz um knapp 18 Prozent auf 1,65 Milliarden Dollar. Einzelne Sparten wie die Telekommunikation konnten gar um 30 Prozent zulegen. Dennoch übt sich das Management in Pessimismus: Keine Investitionserhöhungen, heißt es aus der Zentrale.