Weniger Geld für Netz-Forschung ruft die Kritiker auf den Plan

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Die Gesellschaft für Informatik sieht rot

Die Ankündigung der Bundesministerin für Bildung und Forschung, Edelgard Bulmahn, die staatlichen Förderungen für große Forschungseinrichtungen auf dem Stand des Jahres 2002 einzufrieren, sorgt für Unmut bei der Gesellschaft für Informatik (GI). “Die Bundesregierung gibt das Rennen auf”, so die lakonische Feststellung von GI-Präsident Heinrich C. Mayr.

Die Gesellschaft befürchtet vor allem, dass das bereits bewilligte Programm “Leben und Arbeiten in einer vernetzten Welt“ der Fraunhofer-Gesellschaft unter diesem Sparprogramm leiden könnte. Laut Mayr ist eine Absenkung der Grundfinanzierung denkbar. Dabei, so der GI-Präsident, habe es in der vergangenen Legislaturperiode mit dem Programm “IT 2006” viel versprechende Ansätze zu einer zukunftsorientierten Forschungspolitik in der Informatik gegeben: “Nun hat sich die Regierung scheinbar im panischem Sparwillen einer Kehrtwende verschrieben.” Und das, obwohl gerade jetzt Informatik und IT die treibenden Kräfte der modernen Wirtschaft seien.

Dabei hat Mayr durchaus Verständnis dafür, dass auch im Bereich der Informatik Spar- und Synergiepotenziale ausgelotet werden müssten – allerdings müsse dies auf eine moderate Weise geschehen: “Wenn die Bundesregierung jetzt die Forschungseinrichtungen austrocknet, werden wir die Folgen bald spüren: Die Champions League findet dann woanders statt.“