Lucent verschiebt seine Pläne

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Zauberwort “Gewinnzone” strapaziert die Nerven vieler CEOs: die Quartalszahlen im TK-Sektor fallen überwiegend traurig aus

Die ehrgeizigen Pläne von CEO Patricia Russo, den Netzwerk-Ausstatter Lucent binnen kurzem wieder in die Gewinnzone zu führen, sind zunächst gescheitert. Das Unternehmen gab bei der Vorstellung der Quartalszahlen an, es werde die selbst gesteckten Ziele, noch in diesem Jahr die schwarzen Zahlen wieder zu erreichen, nicht erfüllen.
Dafür verantwortlich ist nach Unternehmensangaben die schwache Nachfrage im kosten- und entwicklungsintensiven Markt für drahtlose Anwendungen, der immerhin die Hälfte des Konzernumsatzes bringt.

Chief Financial Officer Frank Dámelio drehte die Erwartungen zurück: “Wir erwarten nunmehr eine Rückkehr in die profitable Zone im Laufe des Jahres 2004.” Ob dieses neue Ziel weitere Stellenstreichungen verheißt, ist laut Reuters noch unklar.

Die Belegschaft von 38.000 Mitarbeitern sollte bislang um 3000 auf 35.000 weltweit reduziert werden. Wiederholte, “scheibchenweise” Kündigungswellen hatten den Konzern als einen der größten Arbeitgeber in den westlichen Industrienationen etwas in Verruf gebracht. Analysten erwarten, dass Lucent diese Methode weiterfährt und die Unsicherheit unter den Lucent-Angestellten somit anhält. Einst, im Januar 2001, beschäftigte Lucent 106.000 Leute. Dennoch sollen die Ausgaben für Forschung und Entwicklung weiter zentrale Bedeutung haben. Fragt sich nur, wer diese Arbeit machen soll.