Neue Lizenzen: Microsoft steigert tatsächlich Umsätze

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Update-Gleichschritt und regelmäßige Gebühren waren die Hauptziele. Trotz der großen Widerstände der Unternehmenskunden fließt jetzt sogar mehr Geld in die Redmonder Kasse.

Der weltgrößte Softwarekonzern hat seinen Umsatz im abgelaufenen Quartal noch einmal um 11 Prozent nach oben geschraubt. Microsoft beendet damit mitten in der größten Krise der IT-Industrie ein durchaus erfolgreiches Geschäftsjahr und will den Umsatz 2003/04 sogar noch weiter steigern. Finanzchef John Connors sieht die positive Entwicklung vor allem durch die “unerwartet hohen Einnahmen” aus dem neuen Lizenzgeschäft begründet. Microsoft wollte damit zunächst seine Einnahmen stetiger und berechenbarer machen.
Für die Zeit zwischen April und Juni hatten Analysten mit einem weltweiten Umsatz von 7,87 Milliarden Dollar gerechnet. Tatsächlich aber konnte der Konzern 8,07 Milliarden einnehmen und sich damit auch im Jahresvergleich deutlich steigern. Mitte vergangenen Jahres hatte Connors noch 7,25 Milliarden Dollar Quartalsumsatz präsentiert.

Positiv habe sich im vierten Quartal des Geschäftsjahres vor allem die Nachfrage nach Server-Produkten entwickelt, teilt der Konzern in einer Stellungnahme mit. Der Umsatzzuwachs liegt hier im Jahresvergleich bei 17 Prozent. Mit seinen Server-Betriebssystemen machte Microsoft 24 Prozent mehr Geschäft, der SQL-Server hat nach Unternehmensangaben sogar für 34 Prozent mehr Umsatz gesorgt.

Die heikle Sparte ‘Home and Entertainment’ meldet ein Plus von 8 Prozent beim Umsatz. Der hohe Absatz der Spielekonsole ‘X-Box’ habe die Erwartungen übertroffen, heißt es. Bisher seien 9,4 Millionen Stück verkauft worden. Bis Mitte kommenden Jahres sollen es aber schon zwischen 14,5 und 16 Millionen weltweit sein. Beobachter hatte immer wieder darauf hingewiesen, dass sich die Konsole weit schlechter verkaufe als Microsoft zunächst gehofft hatte. Vor allem gegen die etablierten Anbieter sei es enorm schwierig, in den Markt zu gelangen. Inzwischen ist es Microsoft aber offenbar gelungen, die Hersteller von Videospielen für sich zu gewinnen: Mehr als 400 Titel sollen zum Jahreswechsel verfügbar sein.

Finanziell wehgetan hat Microsoft im vergangenen Quartal allerdings der Rechtsstreit mit Apple: Dafür mussten Sonderbelastungen von 796 Millionen Dollar verbucht werden. Ohne diesen Betrag hätte auch der operative Gewinn aus dem Vergleichszeitraum des Vorjahres leicht übertroffen werden können. Aus dem Jahresumsatz von 32,19 Milliarden Dollar zieht Microsoft dank seiner gewohnt hohen Rendite einen Reingewinn von 9,99 Milliarden Dollar. Für das Vorjahr wurde noch ein Reingewinn von 7,83 Milliarden Dollar in die Bilanz geschrieben.

Die Prognosen sind nicht weniger beeindruckend: Für das laufende Quartal, das erste des Microsoft-Geschäftsjahres, rechnet der Konzern mit einem Umsatz zwischen 7,9 und 8,1 Milliarden Dollar. Den Jahresumsatz sieht Microsoft bis Mitte 2004 derzeit zwischen 34,2 und 34,9 Milliarden Dollar. Finanzchef Connors vertraut also auf eine “solide Nachfrage nach unseren Produkten durch Firmenkunden und Verbraucher”.

Gute Vorsätze gibt es zum Wechsel des Geschäftsjahres bei Microsoft auch. So sollen der Bereich ‘Small and Medium Business’ genauso wachsen wie das ‘Enterprise Business’. Außerdem soll die Kundenzufriedenheit wachsen.