Opera-Browser wirft erste Gewinne ab

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Norweger finden zahlende Kundschaft.

Entgegen der vorherrschenden Meinung, dass mit einem Internet-Browser allein kein Geld zu verdienen ist, meldet das norwegische Softwarehaus Opera erstmals einen Gewinn für das zweite Quartal. Von einem Umsatz von umgerechnet 2,3 Millionen Euro bleiben immerhin 280.000 Euro Gewinn hängen. Das Unternehmen nennt sprunghaft gestiegene Lizenzeinnahmen als Hauptgrund.
Unangefochtener Marktführer auf dem Browsermarkt ist Microsoft mit seinem ‘Internet Explorer’, der von schätzungsweise 90 Prozent aller Internetnutzer verwendet wird. Netscape, von Microsoft in der zweiten Hälfte der 90er Jahre fast vollständig verdrängt, besetzt vor Opera noch den zweiten Platz.

Allerdings verwendet der norwegische Browser eine Technik, die den Webservern einen IE- oder Netscape-Browser vorspiegelt. Denn viele Inhalte werden speziell für diese beiden Browser aufbereitet, die Darstellung kann fehlerhaft sein, wenn Opera als ‘sonstiger Browser’ identifiziert wird. Dadurch seien die Statistiken der Webserver in Bezug auf die Opera-Verbreitung wenig aussagekräftig, meinen die Entwickler in Oslo.

Während der Netscape-Eigentümer AOL sogar Entwickler von der Arbeit am Browser abgezogen hat und dessen Zukunft mehr als ungewiss erscheint, hat Apple die Browser-Bühne mit seinem ‘Safari’ betreten. Im Wettstreit um das beste Web-Werkzeug wird es also tatsächlich wieder spannend.

Opera selbst nennt jetzt die Zahl von 20 Millionen nutzern weltweit, die zumindest einen Download des Installationspakets abgeschlossen haben. Der Browser ist in einer werbefinanzierten Version als Freeware zu bekommen; eine Endverbaucher-Lizenz wird für 40 Dollar angeboten. Die größeren Umsätze sollen die rund 120 Mitarbeiter aber ohnehin mit speziellen Browsern für Handhelds und Smartphones erschließen. Opera rühmt sich einer besonders schlauen Rendering-Technik, die Webinhalte auch für kleine Monochrom-Displays herunterbrechen kann.