Es gibt wesentlich weniger Telekom-Flüchtlinge als erwartet

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Telekom-Kunden sind treue Seelen: Statt der erwarteten Anzahl von 700.000 umstellungswilligen Kunden noch vor Monatsfrist liegt die Zahl der bei der Telekom eingegangenen Anträge nach Informationen des Berliner Tagesspiegels derzeit bei bescheidenen 500.000 Umstellungen. Damit hielt sich der massive Wechselansturm bisweilen schwer in Grenzen. Auch Preselection wird bedeutend weniger genutzt als ursprünglich angenommen. Bei Preselection

Telekom-Kunden sind treue Seelen: Statt der erwarteten Anzahl von 700.000 umstellungswilligen Kunden noch vor Monatsfrist liegt die Zahl der bei der Telekom eingegangenen Anträge nach Informationen des Berliner Tagesspiegels derzeit bei bescheidenen 500.000 Umstellungen. Damit hielt sich der massive Wechselansturm bisweilen schwer in Grenzen. Auch Preselection wird bedeutend weniger genutzt als ursprünglich angenommen.
Bei Preselection entfällt im Gegensatz zum Call-by-Call das Vorwählen eines gewünschten Anbieters. Die Vor-Vorwahl wird in den Telekom-Vermittlungsrechner fest einprogrammiert und immer automatisch bei allen Gesprächen vorgewählt. Um sich für diesen Service anzumelden, zahlen die Wechselwilligen Kunden zwei anfallende Wechselgebühren. Die Nutzung von weiteren Anbietern per Call by Call ist auch mit diesem System weiterhin möglich.

Der Präsident der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (RegTP) Matthias Kurth lobte dennoch die “signifikante Umverteilung zu Gunsten des Wettbewerbs”. Jedoch warf Kurth den Call-by-Call-Anbietern vor, sich zu wenig um die Einführung eigener Rechnungssysteme für die Gespräche zu kümmern: “Unsere Vorstellung war immer, dass es alternative Abrechnungsmethoden geben könnte, die diese Abhängigkeit von der Telekom reduzieren. Leider sind die Dinge aber noch nicht so in Gang gekommen, wie ich mir das gewünscht hätte. Mittelfristig muss sich da etwas tun.”

Nach Angaben der Marktforschungsgruppe IDC hinkt die Telekom-Liberalisierung im internationalen Vergleich in vielen Ländern Mittel- und Osteuropas noch hoffnungslos hinterher. Während die Regulierungsvorschriften in elf von 16 untersuchten Ländern zwar rein formal vorhanden sind, werden sie tatsächlich nur äußerst zögerlich eingeführt. Am weitesten fortgeschritten bei der Einführung der entsprechenden Gesetze sind dabei Estland und Tschechien. Die Öffnung der Märkte ist jedoch für die Wiederbelebung des Wettbewerbs, laut IDC-Analyst Emir Halilovic, dringend notwendig.