BBC archiviert 80 Jahre Fernsehgeschichte mit Linux

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Der britische Fernsehsender British Broadcasting Corporation stellt sein reichhaltiges Sammelsurium
an eigenwilligen Eigenproduktionen ins Web.

Der britische Fernsehsender British Broadcasting Corporation, kurz BBC, stellt sein reichhaltiges
Sammelsurium an eigenwilligen Eigenproduktionen ins Web und will seinen Zusehern dieses Archiv
öffnen. Das Geschäftsmodell soll dem mehrheitlich staatlichen Sender von Rundfunk- und
Fernsehprogrammen Geld in die letzthin etwas löchrigen Taschen spülen.
Wie Director-General Greg Dyke in London sagte, wolle der Sender aber eine nicht-kommerzielle
Nutzung für Endverbraucher, die sich beispielsweise sämtliche Mr.Bean-Folgen oder alle Episoden der
Kult-Sendung Monty Python’s Flying Circus ansehen möchten, ohne Entgelt erlauben. Allerdings
müssen sie dann über ein einfaches Lizenzsystem ihre nicht-kommerziellen Absichten nachweisen.
Hierfür eine kleine Gebühr zu verlangen ist laut dem US-Internet-Magazin Wired aber die vermutliche
Absicht der BBC.

Doch dies allein, also Fernsehsendungen seit dem Jahr 1936 und Radiosendungen sogar seit
1922 herunterladen zu können, scheint zu verblassen gegen die technischen Hintergründe. So sollen
bereits mit Fachleuten Gespräche laufen, die die BBC bislang nicht bestätigen oder dementieren
möchte. Brewster Kahle, Gründer des Internet Archives, vermutet, dass man die geschätzte Menge
von 10 Terabyte an Daten für jedes Sendejahr am bequemsten auf Linux-Servern unterbringen
könnte. Für die neueren Sendungen, von denen bereits digitale Kopien vorliegen, schätzt er die
Kosten, um alle Sendungen eines Jahres auf Festplatten unterzubringen, bei etwa 4000 Dollar pro
Kanal.

Teurer werde die Digitalisierung der alten Bänder: Bei einem veranschlagten Preis von 15 Dollar
je Stunde kommt er pro Kanal und Jahr auf 100.000 Dollar. Er rät dazu, eine Art “Best of” für dieses
Archiv auszusuchen, statt eine Komplettsammlung zu wagen, die zudem rechtliche Fragen mit
Filmgesellschaften und Schauspielerfamilien aufwerfen würde. Einen Zeitplan für das ‘BBC Creative
Archive’ nannte Chef Dyke wohl auch deshalb noch nicht.