China verbannt Microsoft aus den Schulen

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700.000 Bildungseinrichtungen und viel Geld hätte es werden können.

Weil Microsoft sich beklagt hatte, dass in den Schulen der chinesischen Millionenstadt Shanghai zu
wenig Lizenzen für die installierten Office-Pakete vorhanden seien, hat die kommunale
Bildungsbehörde jetzt alle Schulen angewiesen, die Gates-Software gegen eine heimische Lösung zu
ersetzen. Rund 2000 Schulen werden in den kommenden Wochen auf WPS migrieren, eine Lösung
des chinesischen Herstellers Kingsoft, der gleichzeitig einer der größten Software-Anbieter des
Landes ist.
Nach groben Schätzungen hat Kingsoft durch Microsofts – wenn auch berechtigtem – Wehklagen
unerwartet einen millionenschweren Auftrag erhalten. Für die Zukunft ist die Ausstattung von
weiteren 700.000 Schulen seitens der Regierung geplant. Der finanzielle Umfang lässt sich noch nicht
absehen.

Chinas Regierung geht jetzt sogar noch weiter und will in Verwaltungsvorschriften sicherstellen,
dass die Behörden nur lizenzierte Software aus chinesischer Produktion einsetzen. Ob diese
Verfügung allerdings wirklich strikt durchgesetzt werden kann, ist fraglich. Immerhin aber haben
bereits 15 Regierungsbehörden nach Angaben in australischen Online-Medien ein Upgrade auf die
neueste WSP-Version aufgespielt.

Die Abwendung von Microsoft fällt in eine Zeit, in der viele Hersteller erkennen, wie wichtig der
asiatische Markt sein kann. Gerade erst hat Intel angekündigt, rund 375 Millionen US-Dollar in eine
Forschungs- und Entwicklungsfirma in China zu investieren.