Oracles Interesse für Peoplesoft wächst

EnterpriseSoftware

Die Entscheidung der Kartellrichter rückt näher – wechselseitige Klagen gewinnen an Bedeutung.

Der US-Softwarekonzern Oracle hat sein feindliches Angebot zur Übernahme des Konkurrenten Peoplesoft erneut verlängert. Wie der Konzern mitteilt, haben die Aktionäre nun bis zum 19. September Zeit, das Angebot im Gesamtvolumen von 7,3 Milliarden Dollar anzunehmen; inklusive der Anteile für den von Peoplesoft übernommenen Mitspieler J.D. Edwards. Die jetzt laufende Frist endet am 15. August.
Diese Zeitspanne, die das Interesse eines Unternehmens an einem anderen aufrecht erhält, wird allerdings nicht die letzte Verlängerung gewesen sein. Da sich die Kartellbehörde in den USA noch mit der Übernahme auseinandersetzen muss, rechnen gewöhnlich gut informierte Kreise damit, dass weitere Fristen fällig werden. Auch die gegenseitigen Klagen, die die beiden Unternehmen zur Verhinderung, beziehungsweise zur Realisierung der Übernahme führen, sind noch anhängig. Derzeit sind einer Meldung des Wall Street Journal zufolge 24 Staatsanwälte und Fachleute aus der EU-Kartellrechts-Abteilung mit der geplanten Fusion beschäftigt.

Oracle ist auf dem Markt für betriebswirtschaftliche Software bisher zweitgrößter Anbieter hinter der deutschen SAP. Peoplesoft selbst, das im Juli den kleineren Software-Hersteller J.D. Edwards übernommen und damit Oracle den Platz hinter SAP streitig gemacht hatte, wehrt sich unter anderem mit Werbekampagnen vehement gegen die Übernahme.

“Wir verlängern unser Angebot für Peoplesoft und sind weiterhin fest zur Übernahme entschlossen”, erklärte Oracle-Sprecher Jim Finn. Oracle hatte zuvor schon zwei Mal das Angebot verlängert. Wegen der als erfolgreich geltenden Übernahme von J.D. Edwards durch Peoplesoft hat Oracle im vergangenen Monat zudem sein Angebot um gut 1 Milliarde Dollar erhöht.