Musikverlage bieten Raubkopierern Amnestie an

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Der amerikanische Branchenverband der Musikindustrie dämpft seine massive Kampagne gegen die Verletzung von Urheberrechten und bietet den Nutzern von Online-Tauschbörsen eine Amnestie an.

Der amerikanische Branchenverband der Musikindustrie dämpft seine massive Kampagne gegen die Verletzung von Urheberrechten und bietet den Nutzern von Online-Tauschbörsen eine Amnestie an. Wer sich gegenüber der Recording Industry Association of America (RIAA) offenbare und schriftlich versichere, in Zukunft keine illegal kopierten Musikinhalte mehr herunterzuladen, werde auch nicht belangt, so das Angebot. Außerdem sollen alle Inhalte, mit denen Urheberrechte verletzt werden, gelöscht werden. Die Regelung soll nicht von denjenigen in Anspruch genommen werden dürfen, gegen die bereits Gerichtsvorladungen erwirkt wurden oder eine Klage vorbereitet wird, so die RIAA.
Mehrere Hundert Klagen gegen P2P-Nutzer werden für kommende Woche erwartet. Mit der harten Linie gegen Internet-Nutzer hat sich der Branchenverband allerdings kein positives Image verschafft. Auch Pop-Stars wie Michael Jackson stellte die Verfolgung von Jugendlichen Musik-Fans in Frage. Wegen der anhaltend schwachen Nachfrage nach der klassischen Musik-CD hat Universal bereits angekündigt, seine Produkte durch die Bank für ein Drittel weniger anzubieten. Die Konkurrenz werde folgen, so die allgemeine Erwartung in der Branche.

Einerseits rechnen Beobachter nicht damit, dass sich besonders viele Nutzer bei der RIAA anmelden und ihre bisherigen Gesetzesverstöße einräumen. Andererseits warnen Verbraucher- und Datenschützer bereits davor, verbriefte Rechte, wie etwa das der ‘Privatkopie’, mit einer Unterschrift an die Musikindustrie abzutreten. Wer das Papier des Verbands unterschreibt und trotzdem weiter illegale Downloads von Peer-to-Peer-Börsen nutzt, setzt sich einer Klage wegen mutwilliger Urheberrechtsverletzungen aus. In der RIAA sind die fünf größten und einflussreichen Musikverlage organisiert: Neben Universal gehören dazu Warner, Sony, EMI und auch die deutsche Bertelsmann Music Group, BMG.