Interaktives Digital-Zapping soll Schwung in Deutschlands Fernsehsessel bringen

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Mit einem Maßnahmenpaket wollen Free-TV-Anbieter und Gerätehersteller interaktive Digital-Fernseher in Deutschlands Wohnzimmer bringen.

Mit einem Maßnahmenpaket wollen Free-TV-Anbieter und Gerätehersteller interaktive Digital-Fernseher in Deutschlands Wohnzimmer bringen. Medienmacher und Unternehmer einigten sich auf ein gemeinsames vorgehen, um die Einführung der Multimedia Home Plattform (MHP) zu beschleunigen. Die Partner werben für “interaktives digitales Mehrwertfernsehen ohne jegliche Zugangsbarrieren”.
In Berlin hatten sich Vertreter von ARD, ZDF, RTL Television, der ProSiebenSat.1 Media AG, der Deutschen Landesmedienanstalten (DLM) und der Geräteindustrie im Zentralverband Elektrotechnik und Elektroindustrie (ZVEI) an einen Tisch gesetzt. Gemeinsam wolle man die Einführung des “optimalen” digitalen Fernsehstandards MHP vorantreiben. Basis der Zusammenarbeit ist die ‘Mainzer Erklärung’ aus dem Jahr 2001, mit der man sich grundsätzlich auf die Einführung von MHP in Deutschland geeinigt hatte. Das Jahr 2004 nun sei für das interaktive digitale Fernsehen in Deutschland von entscheidender Bedeutung, hieß es.

ARD, ZDF und RTL bieten seit dem vergangenen Sommer MHP-Anwendungen, die ProSiebenSat1-Gruppe will im Laufe des Jahres folgen. Auf der anderen Seite will die Geräteindustrie in diesem Jahr intensiv Free-TV-Receiver auf MHP-Basis herstellen und vermarkten. Eine besonders wichtige Rolle kommt auch auf die Kabelnetzbetreiber zu. Denn die Entwicklung von MHP ist vor allem auch abhängig davon, wie schnell und umfangreich die Kabelnetze modernisiert werden. Ohne Rückkanal kann MHP seine Vorteile nicht ausspielen.

Die interaktiven Funktionen von MHP erlauben eine Reihe von Anwendungen, versprechen die Betreiber. Elektronische Programmzeitschriften seien genauso möglich, wie Online-Shops oder der aktuelle Wetterbericht. Experten gehen aber davon aus, dass erst gegen 2010 ein Großteil der Haushalte mit MHP ausgestattet sein wird. Für virtuelles Shoppen oder Zeitung lesen muss es bis dahin das gute alte Internet tun – das ist übrigens zur Zeit besonders günstig, teilte das Statistische Bundesamt mit. Demnach verbilligte sich im Februar die Internet-Nutzung für Privathaushalte gegenüber dem Vorjahr um satte 5,3 Prozent.