Störsender knipst Kamera-Handys das Licht aus

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Die schnelle Verbreitung von Mobiltelefonen mit integrierter Kamera lässt die Angst vor einer grassierenden Wirtschaftsspionage wachsen.

Die schnelle Verbreitung von Mobiltelefonen mit integrierter Kamera lässt die Angst vor einer grassierenden Wirtschaftsspionage wachsen. Der britische Mobilfunk-Spezialist Iceberg Systems macht sich das zunutze und will in kürze einen Störsender unter dem Namen ‘Safe Haven’ anbieten.
Derzeit laufen die letzten Beta-Tests, teilt Iceberg mit. Das System soll alle Mobiltelefone innerhalb seiner Reichweite anweisen, die Foto-Komponenten zu deaktivieren. Dem Hersteller zufolge ist diese saubere Trennung unabhängig von der Handy-Marke möglich, sodass beispielsweise Anrufe weiterhin entgegengenommen und auch Daten übertragen werden können. Wird das Mobiltelefon wieder aus dem ‘Safe Harbour’-Raum gebracht, aktiviere sich die Kamera wieder und sei ohne weiteres betriebsbereit, heißt es.

Das Problem der unkontrollierten Weitergabe von Geschäftsgeheimnissen ist beispielsweise bei Samsung oder LG Electronics schon so groß, dass die Mitarbeiter überhaupt keine Foto-Handys mehr mit an ihren Arbeitsplatz bringen dürfen. Die Hersteller rechnen inzwischen damit, dass schon in fünf Jahren weltweit rund eine Milliarde dieser Geräte im Einsatz sein wird.

Schwierig für Hersteller wie Iceberg Systems ist noch die rechtliche Lage. In Großbritannien beispielsweise ist es grundsätzlich verboten, weitere Funktionen des Mobiltelefons ohne Zustimmung des Besitzers zu deaktivieren oder zu stören. Vor allem Theater oder Schulen sind aber sehr daran interessiert, mit ähnlichen Funkstöranlagen das Klingeln von Mobiltelefonen oder den Austausch von SMS-Mitteilungen einfach zu unterdrücken.