DSL-Markt Deutschland bleibt in Händen der Telekom

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Die Deutsche Telekom darf von ihren Rivalen nunmehr höhere, nämlich volumenabhängige DSL-Vorleistungspreise verlangen.

Ein Ungeheuerlichkeit für die alternativen Telekommunikationsbetreiber: Die Deutsche Telekom darf von ihren Rivalen nunmehr höhere, nämlich volumenabhängige DSL-Vorleistungspreise verlangen. Das hat die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (RegTP) in einer aktuellen Entscheidung den ehemaligen Monopolisten gestattet.
Bislang mussten die Betreiber, sobald die DTAG ihnen die Nutzer ins eigene DSL-Netz ‘herüberschaltete’ lediglich einen Pauschalbetrag für diese Verbindungsdienste bezahlen. Es steht zu erwarten, dass die alternativen Carrier diese Mehrkosten für umfangreiche Verbindungen nunmehr an die Endnutzer weitergeben werden. Folglich befürchtet der Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM), dass der deutsche DSL-Markt, derzeit einer der vitalsten in Europa, seine Spitzenposition verlieren könne.

“Wir halten diese Tarifgenehmigung für eine unzulässige Preiserhöhung im Breitbandbereich und für regulierungspolitisch verfehlt. Sie droht nicht nur den gerade beginnenden Wettbewerb bei den breitbandigen Internet-Diensten im Keim zu ersticken, sondern stellt auch eine verdeckte Preiserhöhung für den Endkunden dar. Dieser bekommt bei unveränderten Preisen weniger Leistung”, erklärt Jürgen Grützner, Geschäftsführer des VATM. “Gerade haben Unternehmen begonnen, der Deutschen Telekom im Breitbandbereich ernsthaft Konkurrenz zu machen. Mit dieser Entscheidung wird es den Unternehmen erschwert, eigene Produkte und Dienste, beispielsweise Flatrate-Tarife anzubieten”, führt er weiter aus.

Der VATM wies darauf hin, dass die Telekom den Bereich der DSL-Anschlüsse, die einen schnellen Zugang ins Web und Datentransfers in großem Umfang ermöglichen, mit weitem Abstand dominiert. Der Verband spricht von etwa vier Millionen verkauften Anschlüssen für die DTAG und einem neuen “Quasi-Monopol im DSL-Markt”. Der Marktanteil der Deutschen Telekom liege hier bei über 90 Prozent.