EU-Kommission setzt Microsoft unter Druck

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Im EU-Verfahren gegen Microsoft wird dieser Tage die letzte Runde eingeläutet.

Im EU-Verfahren gegen Microsoft wird dieser Tage die letzte Runde eingeläutet. Seit rund fünf Jahren läuft gegen den Redmonder Softwareriesen ein Wettbewerbsverfahren – die EU-Kartellwächter werfen dem Konzern Marktmissbrauch vor. Ab Montag werden Vertreter der EU-Staaten hinter verschlossenen Türen darüber beraten, ob Microsoft EU-Wettbewerbsrecht verletzte. Gleichzeitig hat die Europäische Union (EU) ihren Druck auf Microsoft erhöht und verlangt, dass der Konzern ein eigenes Angebot vorlegt, um das Monopolverfahren beizulegen.
Eine Einigung zwischen der EU und Microsoft ist jedoch nicht in Sicht. Aus Redmond gibt es derzeit kein Signal, dass man den europäischen Regulierern entgegenkommen will. Brüssel verlange, dass Microsoft die eigene Art der Hinrichtung auswähle, sagte ein Anwalt des Softwarekonzerns gegenüber dem Wall Street Journal. Microsoft hatte vor einigen Wochen angeboten, neu ausgelieferten PCs eine CD-ROM mit den Anwendungen einiger Konkurrenten beizulegen.

Wettbewerbskommissar Mario Monti geht das aber nicht weit genug. Er fordert ein Windows ohne Microsoft-Player und will so für mehr Wettbewerb sorgen. Außerdem berichtete die Zeitung Die Welt mit Berufung auf Kommissions-nahe Quellen am Wochenende, dass im Urteilsentwurf eine Strafe von 200 Millionen Euro im Gespräch sei. Microsoft bestreitet seit Jahren hartnäckig ein illegales Geschäftsverhalten.

Die Wagschale scheint sich immer mehr zu Ungunsten von Microsoft zu neigen. Zwar zeigte sich ein Unternehmenssprecher in Brüssel gegenüber dem Wall Street Journal zuversichtlich. Man arbeite immer noch aktiv mit der Europäischen Kommission zusammen an einer einvernehmlichen Lösung, sagte er gegenüber dem Blatt. Microsofts Gegner sehen das anders. Ihrer Meinung nach haben die EU-Behörden bereits gegen den Softwareriesen entschieden und klärten jetzt nur noch die Details der Strafe. Die Entscheidung der Kommission wird weiterhin für den 24. März erwartet. Dem Konzern droht ein Bußgeld. Beobachter halten einen dreistelligen Millionenbetrag für möglich.