S.A.D knackt DVD-Kopierschutz, Gericht verknackt S.A.D.

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Das Ulmer Softwareunternehmen S.A.D. muss im Kopierschutz-Streit mit der Musikindustrie eine Niederlage einstecken.

Das Ulmer Softwareunternehmen S.A.D. muss im Kopierschutz-Streit mit der Musikindustrie eine Niederlage einstecken. Das Landesgericht München hat eine einstweilige Verfügung gegen einen Patch von ‘MovieJack’, dem DVD-Kopier-Programm von S.A.D., erlassen. Dieser Patch erlaubt es, verschlüsselte DVDs bis zu dreimal zu kopieren. Die Münchner Richter gaben damit der deutschen Landesgruppe des internationalen Musikindustrie-Verbandes IFPI (International Federation of the Phonographic Industry) Recht.
Die Musikindustrie nehme “illegale Angebote, die den Kopierschutz knacken, nicht hin”, hieß es bei der IFPI. S.A.D. könne gegen die einstweilige Verfügung Widersprich einlegen, sagte Dr. Thorsten Braun von der Rechtsabteilung der IFPI, gegenüber silicon.de. Dann komme die Angelegenheit eben vor das Münchner Oberlandesgericht. Die IFPI rechne damit, dass S.A.D. widerspreche. Nach Angaben von Braun plant die deutsche Landesgruppe der IFPI im Moment keine weiteren Klagen gegen Softwareunternehmen. Bei S.A.D. war noch keine Stellungnahme zu bekommen. Der Anwalt sei im Haus und das Management berate derzeit, so S.A.D.-Pressesprecher Christian Trögele.

S.A.D. hatte sich im Münchener Gerichtsverfahren auf ein Rechtsgutachten des Münsteraner Medienrechts-Professors Bernd Holznagel vom Oktober letzten Jahres berufen. Gegenstand der Untersuchung waren die Auswirkungen das neuen Urheberrechtsgesetzes auf S.A.D.s Produktpalette. Nach dem Gesetz, das am 13. September 2003 in Kraft getreten war, ist das Knacken des Kopierschutzes verboten. Holznagel hatte aber festgestellt, dass die S.A.D.-Produkte weiterhin hergestellt und vertrieben werden dürfen. S.A.D. hatte die Untersuchung bei Holznagel in Auftrag gegeben. Das Unternehmen sorgte zuvor mit seiner Ankündigung für Schlagzeilen, in Karlsruhe gegen das Urheberrechtsgesetz zu klagen. Diesen Plan haben die Ulmer wieder fallengelassen. Im Internet bläst S.A.D. mit seiner Initiative “Copy is right” weiterhin zum Sturm auf das Urheberrechtsgesetz.