“2004 muss auf neue Microsoft-Server migriert werden”

Management

Linux-Erfolge schmerzen: Microsoft hat Angst vor dünnem Absatz. Hier sollen aber Migrations- und Kostendruck bei den Unternehmen helfen – und die Macht der Gewohnheit.

Günstige Betriebskosten und einfache Arbeit in einer komplett homogenen Umgebung – das sind für den Softwarekonzern Microsoft die Argumente, mit denen die deutschen Unternehmenskunden zu einem Wechsel auf die neue Server-Versionen aus Redmond überzeugt werden sollen. Manager des Unternehmens wie Alfons Stärk, Chief Sales Engineer bei Microsoft Deutschland, werben daher für den Umstieg auf eine neue IT-Plattform. Sie soll sich aber nicht nur von den Konkurrenzversionen (Stichwort Linux) erheblich unterscheiden, sondern bei ‘Server 2003’ im Vergleich zu alten Redmonder Produkten wie NT 4 auch viel Rennerei einsparen.
“Etwa 36 Prozent der Server wie auch der Clients müssen weltweit betrachtet migriert werden, da sie Legacy und damit veraltet sind”, sagt Stärk. Dabei klaffe eine Lücke zwischen den Erwartungen an die IT und dem Geld, das dafür zur Verfügung stehe. Er zählt die bekannten Gründe auf, die in der IT-Industrie für einen 2004 “dringend anstehenden Umschwung und Aufschwung” genannt werden: “Der Innovationsstau auf der Anbieterseite und der Migrationsdruck auf der Kundenseite bringen den gordischen Knoten zum Platzen, 2004 ist somit das Jahr, in dem die Wende kommen muss – in diesem Jahr muss migriert werden.”

Einer, der genau dies getan hat, ist Thomas Bartsch. Der Leader Product Management und versierter Projektleiter bei dem IT-Systemhaus CC Compunet hat geholfen, die Client- und Serverlandschaft im vergangenen Jahr auf XP und Server 2003 umzustellen. Er sagt “Ja” zu großen Migrationen.

Bei der Entscheidung, ob die örtlich verteilten Clients und Server auf ein Open Source-System oder ein Microsoft-System umgestellt werden sollten, hat er sich für eine Variante entschieden, die er “unpolitisch” nennt, denn: “Wir haben die Frage, wie wichtig es für ein Unternehmen ist, sich politisch zu engagieren und einer Ideologie zu folgen damit beantwortet, dass wir den geschäftlichen Nutzen in den Vordergrund gestellt haben.” Und der sei bei der Redmonder Variante klarer gewesen. Ferner hätten sich die Endanwender in einer gewohnten Umgebung befunden, was die Ablösung bei laufendem Betrieb erleichtert habe.

Der Microsoft-Anwender sagt: “Ich kenne, CC Compunet eingeschlossen, kein größeres Unternehmen in Deutschland, das nicht auch einen anderen Server als Microsoft hat – sei es für geschäftskritische Multimedia- und Grafikanwendungen oder für Unterhaltung. Aber für uns lag, von NT kommend, der Fokus auf einem Feature-Kosten-Vergleich.” Da beide Systeme etwa ähnliche Kosten und etwa gleich viele Funktionalitäten aufwiesen, habe sich das Systemhaus für die Plattform mit den Features entschieden, die am häufigsten in den täglichen Prozessen eingesetzt werden. Auf Client-Seite also XP und auf Server-Seite der Server 2003.

Doch seine Wahl war nicht ganz so zufällig, lässt er durchblicken: “Open Source ist eine Geschäftsfrage wie jede andere, wir hatten auch interne Diskussionen deswegen. Ich rate aber jedem Entscheider zu bedenken, dass ein Unternehmen keine Insel ist. Kompatibilitäten mit den Systemen der Partner und Kunden, Risiken bei den Endanwendungen und Migrationsfragen haben wenig mit Freiheit und viel mit Business zu tun.”

Bei der Umgestaltung der IT-Landschaft mit 3800 größtenteils mobilen Endanwendern ging das Unternehmen allerdings einen wenig ausgetretenen Pfad. Als Hardware-Dienstleister habe die eigene Expertise ausgereicht, die Arbeit sei aber nicht von der IT “so nebenher im Tagesgeschäft” zu bewältigen gewesen. Also habe sich CC Compunet entschieden, aus dem Geschäft selbst heraus mit eigenen Projektleitern zu arbeiten. “Wir hatten uns selbst als Kunden und haben uns selbst beraten und das Ergebnis verkauft – das war eine tolle Sache, auf die wir jetzt referieren können.” Neben der Sicherheitsfrage, die er nun für gelöst hält, zieht er mit einem Blick auf die neuen Plattformen das Fazit: “Unsere Hardware ist jetzt schnell genug für die Software, die wir einsetzen.”