Sun schraubt den Dimmer an die IT-Nutzung

Management

Flexible Nutzung von Rechenpower, Bandbreite und Speicher ist ja eine feine Idee. Jetzt wollen Sun, HP und IBM zeigen, dass sich ihre Konzepte auch auszahlen.

Sun Microsystems arbeitet offenbar mit Hochdruck an seinem Abrechnungskonzept für die Nutzung von IT-Kapazitäten, die je nach Bedarf in Anspruch genommen werden können. Bill Mooz, Senior Director für Suns ‘Utility Computing’ hat jetzt die Vorstellungen davon etwas präzisiert.
So soll die ‘Sun Power Unit’, die künftig wie Kilowattstunden gezählt und abgerechnet werden könnte, diejenige Rechenleistung zugrunde gelegt bekommen, die ein Ultrasparc III pro Sekunde liefern kann. “Am Ende des Abrechnungszeitraums werden wir dann eine Rechnung zusammenstellen, in der man ganz einfach ablesen kann, wie viele Einheiten man verbraucht hat”, so Mooz. Den Verbrauch werde der Kunde dann auch einzelnen Bereichen in seinem Unternehmen zuordnen können.

Für seine Speicherdienstleistungen hat Sun bereits ein ähnliches Berechnungsmodell eingerichtet. Weil Sun hier in der Regel mit einem oder mehreren Partnern zusammenarbeitet, um die Leistungen zum Kunden zu bringen, scheint die Transparenz der Modalitäten besonders wichtig zu sein.

Hewlett-Packard (HP) versucht sich hier ebenfalls mit einem ausgefeilten Ansatz. Die Entwickler arbeiten an einem Verfahren zur Berechnung von Leistungen innerhalb der Adaptive-Enterprise-Architektur, in dem Rechenleistung, Bandbreite und Speicherkapazitäten zusammengefasst werden. HP setzt dabei nach eigenen Angaben darauf, dass die eigenen Kunden auch eigene Kapazitäten freigeben, an andere Kunden weiterreichen und dafür Abrechnungseinheiten gutgeschrieben bekommen, die HP ‘Computons’ nennen will. Diese Einheiten könnten sich, so die Hoffnung, zu einer weithin akzeptierten ‘Computon-Währung’ entwickeln.

Allerdings macht HP auch deutlich, dass die Rahmenbedingungen über Erfolg und Akzeptanz der Modelle mitentscheiden werden. Beispielsweise werden die Ausgaben eines Kunden von vornherein gedeckelt: Erreicht die Gesamtsumme der Einzelabrechnungen innerhalb eines Zeitraums von drei Jahren etwa die Kosten, die durch einen Kauf von Hard- und Software sowie hauseigenen Dienstleistungen entstanden wären, dann soll der Kunde nicht mehr als diese Kosten bezahlen – also mit der Bedarfsabrechnung nicht schlechter fahren als mit einem Kauf.

Denn immerhin schreiben sich alle Anbieter auf die Fahnen, sie würden nicht nur unvorhergesehenen Bedarf an IT-Kapazitäten abfangen, sondern die IT insgesamt günstiger machen, indem sie die Spitzen und Täler der Leistungsnachfrage bei einer großen Zahl von Kunden sammeln und gegeneinander ausgleichen können.

Auch IBM will ‘Service Units’ abrechnen, die sich an der Nutzung eines Drittels der Rechenleistung eines schlichten Intel-Servers orientiert. Für jede dieser Service Units verlangt Big Blue 300 Dollar pro Monat – bietet also nicht ganz so flexible Abrechnungsmodalitäten wie Sun das etwa vorhat. Von “On-Off Kapazität” ist bei IBM die Rede, also der schnellen Zuschaltung von Rechenleistung oder Speicherplatz.

Der Modellvergleich entbehrt nicht einer gewissen Ironie. Denn mit der ‘Utilisation Service Unit’ hatte es IBM schon mal versucht – in den 60er Jahren. Mit wenig Erfolg versuchte der Konzern damals, überschüssige Rechenzeit von Mainframes an Terminaldienste zu verkaufen.