Microsoft weist EU-Vorwürfe zurück

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Microsoft hat im EU-Kartellverfahren die Beschuldigung zurückgewiesen, seinen Marktanteil für Netzwerksoftware mit unfairen Mitteln ausbauen zu wollen.

Microsoft hat im EU-Kartellverfahren die Beschuldigung zurückgewiesen, seinen Marktanteil für Netzwerksoftware mit unfairen Mitteln ausbauen zu wollen. Werden dem weltweit größten Softwareunternehmen Verstöße gegen das Wettbewerbsgesetz nachgewiesen, drohen dem Konzern aus Redmond Strafzahlungen bis zu 3,2 Milliarden Dollar. Bislang wurde aber von der Kommission noch nie eine derart hohe Summe erhoben.
Die Kartellbehörde der EU hatte Microsoft unter anderem vorgeworfen, seine Betriebssysteme so zu bauen, dass sie mit Microsoft-Produkten besser als mit Konkurrenzprodukten arbeiteten. Davon sei vor allem Netware von Novell betroffen. Microsofts Gegenargument war, dass seine Produkte eben vielseitiger seien als die der Mitbewerber.

Microsoft will bei der Anhörung alle Register ziehen. “Wir haben eine einfache Präsentation, die dabei helfen wird, der EU-Kommission einige wichtige Punkte zu vermitteln”, sagte ein Microsoft-Sprecher im Vorfeld der Anhörung. Die ‘Präsentation’ schätzt ein Sprecher des Microsoft-kritischen Industrieverbands CCIA etwas anders ein: “Sie haben da drin ein ganzes Hollywood-Kino aufgebaut.”

Mit ähnlichen Mitteln hat Microsoft schon während einer Kartell-Klage in den USA gearbeitet. Bei dem Prozess ist das Unternehmen schuldig gesprochen worden, seine Monopolstellung ausgenutzt zu haben, hatte sich aber auf einen Vergleich geeinigt. Der Softwarehersteller argumentierte, schon im Rahmen dieser Vereinbarung auf die Klage der EU reagiert zu haben. Die EU-Kommission sieht aber zwei getrennte Fälle und nicht alle Bedenken ausgeräumt.

Die Anhörungen enden an diesem Freitag. Mit einer Entscheidung von Wettbewerbskommissar Mario Monti ist im kommenden Frühjahr zu rechnen.