Plastik statt Silizium – Forscher unter Speicherdruck

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Die Zukunft des Datenspeichers liegt nicht mehr im Silizium sondern – im Kunststoff.

Die Zukunft des Datenspeichers liegt nicht mehr im Silizium sondern – im Kunststoff. Entwickler aus den Forschungslabors von Hewlett-Packard (HP) haben gemeinsam mit Wissenschaftlern der Universität Princeton ein Verfahren entwickelt, bei dem einzelne Polymere durch angelegte Spannung zerstört werden. Beim Auslesen kann mit geringeren Spannungen die unterschiedliche Leitfähigkeit der Polymere erkannt werden. Über ihre Ergebnisse berichten die Entwickler in der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins ‘Nature’.
Allerdings ist damit jedes Speichermedium nur einmal beschreibbar – ähnlich wie eine einfache beschreibbare CD-ROM. Der Speicher ist aber auch nicht flüchtig. Die beteiligten Forscher weisen bereits darauf hin, dass eine Wiederbeschreibbarkeit angestrebt werde. Bei dem vorgestellten Verfahren werden nur noch geringe Anteile Silizium verwendet. Letztendlich sollen größere Speicherkapazitäten, geringe Herstellungskosten und ein geringerer Energiebedarf für Speichervorgang und Auslesen der Informationen den Ausschlag für einen Umstieg geben, heißt es in dem Bericht.

“Wir glauben, dass wir die teure Fertigung in hochreinen Räumen überflüssig machen können”, meint HP-Entwickler Craig Perlov, der zu dem Aufsatz beigetragen hat. Er arbeitet derzeit daran, die bisher verwendeten Polymerschichten wie in einem Schichtkuchen übereinander zu stapeln, um größere Kapazitäten bei kleiner Bauweise zu erreichen.

Allerdings sind auch die großen Chiphersteller dabei, an Alternativen zu arbeiten. So hat AMD gerade erst das Start-up Coatue aufgekauft – das Unternehmen entwickelt wiederbeschreibbare Speichermedien. Die Aktivitäten werden jetzt im Rahmen des Jointventure mit Fujitsu weiter vorangetrieben. Intel dagegen arbeitet selbst an ferroelektrischen Polymerspeichern. Alle miteinander stehen vor dem wachsenden Problem der Spannungsverluste, die mit den immer kleineren Bauweisen einhergehen.