“…und bist Du nicht willig …” – KPN drängt mmO2 zur Fusion

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Das große Schlucken auf dem Mobilfunkmarkt geht weiter.

Das große Schlucken auf dem Mobilfunkmarkt geht weiter. Der niederländische Mobilfunkbetreiber KPN zieht jetzt offenbar eine feindliche Übernahme des britischen Konkurrenten mmO2 in Erwägung. Das berichtet die britische Tageszeitung The Independent. Die Verhandlungen für eine freundliche Übernahme waren kurz vor dem Wochenende abgebrochen worden.
Eine Fusion zwischen KPN und mmO2 würde sich vor allem auf dem deutschen Mobilfunkmarkt bemerkbar machen. KPN ist der Mutterkonzern des drittgrößten deutschen Mobilfunkers E-Plus. mmO2 gehört die Nummer vier auf dem Markt, O2 Deutschland. Beide Anbieter zusammen hätten einen Marktanteil von rund 20 Prozent. Nach Meinung von Experten ist das die Mindestgröße , um in Deutschland profitabel wirtschaften zu können. Beherrscht wird das Geschäft hier von der Telekom-Tochter T-Mobile und Vodafone – beide zusammen haben rund 80 Prozent Marktanteil.

“Alle Optionen sind offen”, sagte ein KPN-Sprecher dem Blatt, “wir schließen keine Möglichkeit aus”. Bei den Gesprächen in der vergangenen Woche hatte man sich nicht auf einen Preis einigen können. KPN hatte nach dem Zeitungsbericht umgerechnet knapp 15 Milliarden Euro geboten. Branchen-Insider gehen jedoch davon aus, dass die Niederländer trotz der Abfuhr an weiteren Übernahme-Plänen basteln. “KPN steht unter dem Druck der Konkurrenz und so müssen sie ein Kaninchen aus dem Hut zaubern”, hieß es aus gut informierten Kreisen.

Zahlen zeigen, dass KPN zum Zukaufen verdammt ist. Der niederländische Konzern hat derzeit insgesamt 15 Millionen Kunden, soviel wie T-Mobile allein in Deutschland. “In Deutschland könnten KPN und mmO2 eine Menge Kosten sparen und deutlich an Größe gewinnen”, sagte Analyst Bruno Lippens vom niederländischen Fondsverwalter Robeco der Financial Times Deutschland. Wegen unterschiedlicher Schwerpunkte und Standards ist eine Verschmelzung zwischen KPN und mmO2 jedoch nicht ganz einfach. KPN schätzt die Integrationskosten auf rund eine Milliarde Euro, diese Summe müsse vom Kaufpreis abgezogen werden.