Apples Kopierschutz geknackt

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Gut ein halbes Jahr nach seinem Start hat auch Apples iTunes Music Store mit einem Bruch seines Digital Rights Managements zu kämpfen.

Gut ein halbes Jahr nach seinem Start hat auch Apples iTunes Music Store mit einem Bruch seines Digital Rights Managements zu kämpfen. Denn der norwegische Tüftler Jon Lech Johansen, bekannt durch seinen DVD-Kopierschutzknacker DeCSS, hat jetzt den Quellcode für einen manipulierten Quicktime-Player veröffentlicht, mit dem die Audiodateien im AAC-Format abgespielt und gleichzeitig in ungeschützter Form abgespeichert werden.
Es gebe zwar noch Schwierigkeiten mit den Dateien, denen bestimmte Header-Informationen fehlen und deshalb nicht überall problemlos abgespielt werden könnten, heißt es bei ‘Mac Rumours’. Allerdings zeigt ‘DVD Jon’, nach welchem Prinzip das DRM des Advanced Audio Coding funktioniere und wie es umgangen werden kann.

Johansen veröffentlichte in seinem Weblog lediglich die rund 200 Zeilen Quellcode in C. Wer den frisierten Quicktime-Player ‘QTFairUse’ verwenden will, müsste ihn erst einmal kompilieren.

Apple hat auf diesen Angriff noch nicht reagiert. Für das Verhältnis zu den Inhabern der Urheberrechte ist es jedoch in jedem Fall ein schwerer Rückschlag. Denn die Plattenfirmen haben sich nur unter der Bedingung eines starken Kopierschutzes auf die Lizenzierung der Inhalte eingelassen. Zwei Drittel der Umsätze fließen nach Einschätzung von Beobachtern an die Musikkonzerne, Apple bleiben nur relativ kleine Anteile vom Verkaufspreis von 99 US-Cent pro verkauftem Titel – aber das sind nach Apple-Angaben bereits mehr als 17 Millionen.