Internconnection-Entgelte werden billiger

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Die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (Reg TP) hat heute auf Antrag der Deutschen Telekom AG eine neue Genehmigung für die Interconnection-Entgelte erteilt.

Die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (Reg TP) hat heute auf Antrag der Deutschen Telekom AG eine neue Genehmigung für die Interconnection-Entgelte erteilt. Dabei wurden die zuletzt genehmigten Entgelte im Schnitt um 9,5 Prozent gesenkt. Für die wichtigsten Leistungen “Zuführung” und “Terminierung” gelten nach dieser Entscheidung ab dem 1. Dezember 2003 Entgelte zwischen 0,0040 und 0,0152 Euro in der Minute, abhängig von Tarif und Zeit.
Der Veraband alternativer Carrier, VATM, meint dazu, die Behörde solle sich nicht auf solcherart Augenwischerei einlassen. Schließlich bewege sich die Forderung der Telekom für die Tarifstufe I, also für Unternehmen mit 475 Zusammenschaltungspunkten, auf dem Niveau der derzeit gültigen Preise, während sie die Tarife der Stufe II  für Unternehmen, die ihr Netz an nur 23 Punkten mit dem der Telekom zusammenschalten, augenscheinlich ab dem 01.07.2004 um ca. 10 Prozent erhöhen will.

Aus heutiger Sicht, so der VATM, seien diese Preise aufgrund der technischen Weiterentwicklung und der teilweise deutlich niedrigeren europäischen Vergleichspreise jedoch insgesamt zu hoch. “Darum”, so Jürgen Grützner, Geschäftsführer des VATM, “fordern wir die Regulierungsbehörde auf, auch bei der nun anstehenden Entgeltermittlung den Kostenmaßstab der effizienten Leistungsbereitstellung konsequent anzuwenden und die IC-Preise der bisher seitens der RegTP angewandten Vergleichsmarktmethodik entsprechend abzusenken. Ansonsten würde der DTAG letztlich bescheinigt, dass sie zu teuer verkaufen darf und ihr zusätzliche Mittel zufließen, die sie zusätzlich gegen den Wettbewerb einsetzen könnte.”

Die letzte Entscheidung zu den Interconnection-Entgelten erfolgte im Oktober 2001 und führte zu einer durchschnittlichen Absenkung von 14 Prozent gegenüber den davor geltenden Preisen, heißt es aus der Bonner Behörde. “Da sich Deutschland auch im europäischen Vergleich den effizientesten Ländern Europas weiter angenähert hat, fiel die Preissenkung im Rahmen dieses Verfahrens etwas geringer aus. Sie ist eine angemessene und marktgerechte Festlegung, die den Wettbewerb fördert, Effizienzgewinne bei den Netzkosten berücksichtigt und allen Marktbeteiligten Planungssicherheit gibt,” kommentiert Matthias Kurth, Präsident der Reg TP, die Entscheidung. Sie hat eine Laufzeit von 30 Monaten, also bis zum 31. Mai 2006.