EDS packt 3Com-Produkte ins Vertreterköfferchen

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Der IT-Dienstleistungskonzern EDS mit Verbindungen in sämtlichen Branchen hat nun vertraglich zugesichert, Produkte der US-Firma zu vertreiben.

Der Netzwerk-Technikhersteller 3Com wittert Morgenluft: Der IT-Dienstleistungskonzern mit Verbindungen in sämtlichen Branchen hat nun vertraglich zugesichert, Produkte der US-Firma zu vertreiben. Und zwar an Geschäftskunden – da sind in diesem Fall die Top 500 mit dabei.
Für 3Com ist dies nach einer Meldung des Wall Street Journal der erste Vertrag mit einem Top-Beratungshaus. Beim Aufbau der Firma als Partner für Großkunden dürfte der Abschluss mit EDS den Netzwerkern sehr gelegen kommen. Schließlich will das Unternehmen aus Massachusetts gerade dort wieder häufiger im Vorzimmer präsent sein. Laut Mark Slaven, Finanzchef bei 3Com, plant das Unternehmen weitere solche Verträge auch mit anderen Dienstleistern, statt die eigenen Vertriebsstrukturen aufzustocken. Vor allem die Reichweite ist hierbei für 3Com interessant. Dies ist eine Rückkehr in eine Kundenkategorie, die das Unternehmen im Jahr 2000 aufgegeben hatte.

Für EDS, noch vor IBM die Nummer eins bei den IT-Dienstleistungen bis hin zum Outsourcing ganzer Abteilungen, geht der Schritt in neues Terrain. Der Konzern hatte schließlich bislang seine Netzwerkkomponenten für den Weitervertrieb offenbar ausschließlich bei Cisco eingekauft. Der neue Deal mit 3Com, der übrigens auch für die Produkte aus einem Joint-Venture mit der chinesischen Huawei gilt, sei keineswegs als Richtungswechsel zu verstehen. Vielmehr, so sagt ein Unternehmenssprecher, seien die Produkte zusätzlich im Angebot und sollten für die EDS-Kunden lediglich eine Alternative darstellen.

Für 3Com gilt es dabei vor allem billiger zu sein. Wie die Wirtschaftszeitung weiter berichtet, seien solche Maßnahmen bereits konkret geplant, um gegen die weitaus bekannteren Cisco-Produkte bestehen zu können. Unverzichtbarer Bestandteil dieser Pricing-Politik, so heißt es, sei der Billiglohn beim Partner in China.