Rentner ohne Rechner wird wegen Musikpiraterie verklagt

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Die RIAA macht ernst und lässt ihre Klagewelle gegen P2P-Nutzer nicht abreißen.

Die RIAA macht ernst und lässt ihre Klagewelle gegen P2P-Nutzer nicht abreißen. Vor allem User, die außergewöhnlich viele Dateien zum Tausch anbieten, sollen sich vor Gericht verantworten. Damit will der Verband der Musikindustrie Tauschbörsen wie Kazaa die Kundschaft abgraben. Mit gewissen Erfolgen: so mussten manche solcher Börsen Umsatzeinbrüche bis zu 20 Prozent feststellen. Nach dem ersten Schock normalisieren sich jetzt die Zahlen wider.
Von den 382 anstehenden Fällen sind bereits 220 verhandelt. Allesamt endeten sie mit einem für die Nutzer sehr teuren Vergleich. Dass sich aber hinter diesen Zahlen auch ganz abstruse Geschichten verbergen, zeigt das Beispiel des Rentnerehepaares Brenot aus dem Bundesstaat Washington. Über 770 Lieder habe der Mann zum Tausch angeboten, so der Vorwurf. Auch von eher bei der Enkelgeneration beliebten Bands wie  Guns ‘n’ Roses und Linkin Park waren einige Stücke dabei, so heißt es.

Das empörte den Rentner, der mit 79 Jahren der Musik der Jugendkultur eher abgeneigt ist und sich weigert, derartige Lärmbelästigung Musik zu nennen. Schon gar nicht würde er solche Lieder zum Tausch im Internet anbieten. Zusätzlich erschwert würde ihm das, weil er gar keinen Rechner habe, geschweige denn einen Internetanschluss.

Sein Schwiegersohn habe vorübergehend bei ihm gewohnt und kurzzeitig einen Internetanschluss über die Kabelfernsehgesellschaft gehabt. Extra abgerechnet wurde nicht, sondern die Kosten gingen auf das Konto von Francis Brenot. Noch ist unklar, wer von beiden vor den Richter treten muss.