Bahn bekommt ITK-Systeme vom Feinsten

EnterpriseMobile

Im Zuge der EU-Erweiterungen sollen auch die Zugsysteme, speziell die Schienenleitsysteme, vereinheitlicht werden und die Überwachung technisch auf den neuesten Stand kommen.

Im Zuge der EU-Erweiterungen sollen auch die Zugsysteme, speziell die Schienenleitsysteme, vereinheitlicht werden und die Überwachung technisch auf den neuesten Stand kommen. Dafür soll unter anderem das neue Zugsicherungssystem European Train Control System (ETCS) sorgen, das Industriepartner wie Alcatel und Siemens zusammen mit den Schienennetzbetreibern entwickelt haben. Auf einer internationalen Konferenz in Leipzig wurden nun die nächsten Schritte besprochen, um den Bahnverkehr IT-technisch zu modernisieren.
Dafür gebe es inzwischen in ganz Europa Teststrecken, die vor allem mit Alcatel-Technik ausgerüstet sind. Der französische Kommunikationskonzern zeichnet dabei einer Mitteilung zufolge für die Entwicklung, Installation und Erprobung verantwortlich und wird die Systeme wohl auch künftig warten. Die Lösung zeichne sich durch geringeren Platzbedarf in den Fahrzeugen wie auch im Stellwerk aus und sei einfacher zu bedienen.

Dasselbe gelte auch für die Lösung des Kommunikationssystem-Herstellers Funkwerk aus Kölleda bei Leipzig. Das Unternehmen lieferte ebenfalls im Rahmen der Konferenz das mittlerweile fünftausendste GSM-R-Terminal für die Deutsche Bahn an den Technikpartner Nortel. GSM-R ist der neue Standard für die Informationsübertragung im europäischen Schienenverkehr, auf den sich 32 europäische Bahnverwaltungen verständigt haben. Hiermit soll der gesamte Zugfunkverkehr im drahtlosen Bereich erneuert werden.

Bislang seien die genannten Systeme zwar noch nicht flächendeckend in den Loks und Triebfahrzeugen der Bahn umgesetzt, doch dies soll in absehbarer Zeit passieren. Der Rollout, so heißt es bei Funkwerk, laufe planmäßig und auch die Pilotphasen in Frankreich seien erfolgreich angelaufen.

Für die Bahn, so heißt es weiter, komme auch eine Industrieneuheit zum Einsatz: tragbare GSM-R-Terminals. Diese Eigenentwicklung sei binnen drei Monaten entwickelt worden, habe sich als marktreif erwiesen und werde bereits im Ausland nachgefragt. Belgien und Spanien stehen schon als die nächsten Abnehmer auf der Liste der Sachsen. Im Zuge der immer schneller voranschreitenden Harmonisierung und Rationalisierung des europaweiten Schienenverkehrs werde die GSM-R Technik eben auch stärker nachgefragt. Funkwerk rechnet mit entsprechend steigenden Umsatzzahlungen.