Software-Polizei schnappt sich Mittelständler

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Bei der Bekämpfung von Software-Piraterie hat die Business Software Alliance im zurückliegenden Jahr einen Höchststand erreicht.

Bei der Bekämpfung von Software-Piraterie hat die Business Software Alliance (BSA) im zurückliegenden Jahr einen Höchststand erreicht. So gab es 1000 Hinweise auf Softwarenutzung unter Umgehung des legalen Lizenzerwerbs und rund 2900 analysierte Rechner. 256 Fälle konnten bereits abgeschlossen werden. Den größten Anteil an illegaler Software gab es mit 80 Prozent bei kleinen und mittelständischen Unternehmen. Und räumlich steht Bayern an erster Stelle, gefolgt von Nordrhein-Westfalen und Baden Württemberg. Vor allem die Stadt München “umfasst einen Wirtschaftraum, der im besonderem Maße von urheberrechtsrelevanten Industrien profitiert”, erklärte Jürgen Müller, Kommissar und Leiter der Arbeitsgruppe Informations- und Kommunikationskriminalität.
Die BSA ist eine internationale Organisation für die Durchsetzung der Geschäftsinteressen von Herstellern proprietärer Software und fungiert nach eigenen Angaben als Sprecher der Software- und Internetbranche gegenüber Regierungen und Kunden. Der Vereinigung gehören unter anderem Adobe, Microsoft, Macromedia, Apple und Veritas an.

Vor allem die Kreativen wie Webdesign-Firmen und Werbe- oder Marketingagenturen scheinen offenbar auch einen ‘kreativen’ Umgang mit Softwarelizenzen zu haben. Rund 15 Prozent der von der ‘Software-Polizei’ untersuchten Fälle sind in diesem Bereich zu finden. Die BSA arbeitet auch im steigendem Maße mit Polizei und Staatsanwaltschaft zusammen, die beinahe täglich mit der BSA Kontakt aufgenommen haben. Mit wachsender Erfahrung konnten die Ermittler ihre Aufklärungsquote auf 95 Prozent erhöhen.

Dass es sich bei Software-Piraterie nicht um ein Kavaliersdelikt handelt, zeigt das Beispiel eines 42-Jährigen, der vom Landgericht Braunschweig zu drei Jahren Haft ohne Bewährung verurteilt wurde. Der Beschuldigte hatte Raubkopien von verschiedenen Servern heruntergeladen und auf Bestellung vervielfältigt. Auf diese Weise hat er zwischen 20.000 und 30.000 Datenträger mit Business-Software aber auch mit Spielen, Musik und Filmen verkauft. So stoße die Polizei auch immer öfter auf Privatpersonen. Auch hier können die Ermittler – wie bei gewerblichen Fällen – den PC und Software beschlagnahmen. In den meisten Fällen stoßen die Fahnder über Kundenlisten von Anbietern illegaler Software auf die Käufer.