Ex-Sun-Manager greifen zum Wanderstab

Management

Ex-COO und President Edward J. Zander und Technikpionier Andreas von Bechtolsheim sind auf der Suche nach neuen Herausforderungen.

Der Weggang von Sun hat beiden offenbar nicht gut getan: Ex-COO und President Edward J. Zander und Technikpionier Andreas von Bechtolsheim sind auf der Suche nach neuen Herausforderungen. Für Bechtolsheim geht es zurück zu den Start-up-Wurzeln; Zander wird den Chefsessel der Galvin-Dynastie bei Motorola besetzen.
Motorola, die selbsternannte Nummer zwei auf dem weltweiten Handymarkt, hatte sich im September dieses Jahres vom Enkel des Firmengründers auf dem Stuhl des CEO getrennt – wegen Meinungsverschiedenheiten mit dem Vorstand bezüglich der Firmenstrategie. Jetzt soll Zander die Führung hier übernehmen, der bislang bei dem jungen Unternehmen Silver Lake gearbeitet hatte.

Dort war er einer Meldung des Wall Street Journal zufolge zufrieden und hatte offenbar bereits andere lukrative Angebote, zu einem Großunternehmen zu gehen, abgelehnt. Doch das Traditionsunternehmen konnte ihn nun offenbar überzeugen. Erwartet wird nun, dass der andere Aspirant auf den CEO-Sessel, Mike Zafirovski, seinen Stuhl räumen wird. Er arbeitet derzeit als COO und President bei Motorola und hatte die Führung von Christopher Galvin offenbar kritisch begleitet.

Bechtolsheim, Mitgründer von Sun Microsystems, soll nun bei Cisco gekündigt haben. Er hatte im Jahr 1995 Sun verlassen, um das Start-up Granite Systems zu gründen und war nach dem Aufkauf des Unternehmens durch Cisco ein Jahr später zu dem Großunternehmen gewechselt. Hier hatte er verschiedene Stellungen inne, war jedoch auch allgemein Technikansprechpartner für verschiedenste Themen, also ein Art CTO im Hintergrund. Zuletzt hatte er als General Manager die Gigabit-Switching-Abteilung geleitet.

Und nun, nach sieben Jahren bei dem Netzwerkkonzern, will er es mit einem eigenen kleinen Unternehmen versuchen. Bereits im September hatte er dafür den Grundstein gelegt und mit Ciscos Erlaubnis das Unternehmen Kealia gegründet. Hier soll Computertechnik gebaut werden, die die Verteilung von digitalisiertem Film und Multimediadaten über Unternehmensnetzwerke erleichtert. Er habe aber, so der Pionier, seine Zeit bei Cisco genossen. Ob er seine Zeit nun ganz Kealia widmen wird oder noch weitere Asse im Ärmel hat, sagte er nicht. Immerhin hat er weitere Markennamen sichern lassen und flüsterte der US-Presse zu, dass er bei dem Thema Kostenoptimierung so manche Möglichkeit sieht.