Philips setzt RFID gegen Vogelgrippe und BSE

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Angesichts immer wieder grassierender Tierseuchen will die EU ihre Sicherheits- und Qualitätsstandards für europäische Fleischprodukte besser machen.

Angesichts immer wieder grassierender Tierseuchen will die EU ihre Sicherheits- und Qualitätsstandards für europäische Fleischprodukte besser machen. Jetzt soll die passive Funktechnik, RFID (Radio Frequency Identification) dafür sorgen, dass sich Vogelgrippe und BSE nicht mehr so schnell verbreiten.
Die Verbraucher, so heißt es bei der EU, wollen Gewissheit darüber, dass Fleisch über den gesamten Beschaffungsweg “von der Weide bis auf den Teller” optimal kontrolliert wurde. Daher kam die Dokumentation aller relevanten Daten ins Spiel, die dem Markt für Identifikationslösungen einen potenziellen Bedarf von weltweit rund einer Milliarde Funkchips im Jahr gegenüberstellt, heißt es.

Kurt Bischof, Marketing Manager für Food Safety bei Philips Semiconductors: “Als Standard für elektronische Nutztierkennzeichnung ist ISO 11784/85 bereits weithin anerkannt. Das bedeutet optimale Rahmenbedingungen für die uneingeschränkte Verfügbarkeit von RFID-Chips in hohen Stückzahlen. Philips unterstützt diesen Trend sowohl mit bereits existierenden Produkten als auch mit einer Reihe von geplanten Neuentwicklungen.”

Laut dieser Verordnung ist die Kennzeichnung mittels Chip gemäss ISO-Standard 11784/85 vorerst optional, wird aber nach einer Übergangsphase ab 1. Januar 2008 für Mitgliedstaaten mit einer Schaf- und Ziegenpopulation von über 600.000 Tieren verpflichtend. Vergleichbare Bestrebungen sind gegenwärtig auch in Nordamerika im Gange: In Kanada ist die elektronische Kennzeichnung per 1. Januar 2005 vorgeschrieben und in den USA diskutieren die Behörden und Verbraucher angesichts der jüngsten BSE-Fälle ebenfalls über die verpflichtende elektronische Kennzeichnung von Nutztieren.

Als Anwendungsbeispiel nennen die Niederländer eine Testreihe in Spanien. Aufgrund seiner hohen Lesereichweite und seiner Robustheit gegenüber elektronischen Störsignalen, wie sie in der tierverarbeitenden Industrie auftreten, habe sich die Industrie für das Produkt ‘HITAG S’ entschieden. Der Chip wird in diesem System in eine nur 22 mm lange und 4 mm breite, chemikalien- und feuchtigkeitsresistente Glaskapsel eingesetzt und knapp über dem Huf des Rindes injiziert. Die elektronische Identifizierung erfolgt an festgelegten Sammelstellen über im Boden implementierte Leseantennen. Lückenlose Informationen seien bei dieser Read-only-Technik geradezu garantiert.