Lego hat sich mit IT verspielt

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Der dänische Spielwarenhersteller Lego besinnt sich wieder auf seine Wurzeln.

Der dänische Spielwarenhersteller Lego besinnt sich wieder auf seine Wurzeln – beziehungsweise auf die klassischen bunten Spielsteine, mit denen das Unternehmen groß geworden ist. Eine verfehlte Strategie mit IT-Spielzeug hat bei dem dänischen Spielwarenhersteller zu einem Rekordverlust geführt.
Für das abgelaufene Geschäftsjahr werde ein Verlust von umgerechnet rund 180 Millionen Euro erwartet, teilte das Familienunternehmen mit und zog gleichzeitig drastische Konsequenzen. Topmanager Poul Plougmann muss seinen Hut nehmen – er war es, der dem Lego-Konzern mehrfach wechselnde Sanierungsstrategien mit viel neuem High-Tech-Spielzeug verordnete. Doch genau jene IT-Wunderspielzeuge sollen jetzt wieder aus den Verkaufsregalen und damit auch aus den Kinderzimmern verschwinden.

Ganz oben auf der Abschussliste steht der ‘Mindstorm-Roboter’ – mit den Baukästen konnten sowohl selbsttätige als auch ferngesteuerte Robot-Varianten konstruiert und gelenkt werden. Dieses High-Tech-Spielzeug war vor allem bei Computerbastlern und Hackern beliebt – nicht aber bei den Kids. Sie bauten derweil auch zu Beginn des 21. Jahrhunderts lieber Türme und Häuser aus bunten Steinen: Beim Geschäft mit seinen Bausteinen konnte der Lego-Konzern seinen Absatz schließlich mehr als verdoppeln.

Ähnlich daneben lagen die Strategen mit ‘Lego & Steven Spielberg MovieMaker’ – mit Lego-Figuren als Hauptdarstellern sollten Kinder und Jugendliche damit ihre eigenen Filme drehen. Statt bei Kindern Freunde zu finden, tauchten Filmvorlagen mit sozialen, derben und parodistischen Themen im Netz auf – auch dieses Kinderspielzeug war offenbar ein Hit nur unter Erwachsenen.

Damit soll jetzt Schluss sein. Unter der Leitung von Kjeld Kirk Kristiansen, Enkel des Firmengründers, wird das Topmanagement der Lego Company von 14 auf neun Mitglieder reduziert. Auch die Zahl der weltweit rund 8000 Mitarbeiter müsse angepasst werden, hieß es – erst in den nächsten Monaten soll sich aber entscheiden, wie viele Stellen gestrichen werden.

Kritisch für den Konzern wird auch im kommenden Jahr vor allem das US-Geschäft sein. Hier muss sich Lego gegen Konkurrenten wie Matell oder Hasbro durchsetzen. Doch Kristiansen hat bereits zum Angriff geblasen: “Wir dürfen nicht stehen bleiben, weder was die Produktentwicklung, noch was die Marktführung angeht, aber wir müssen uns sehr auf die Produkte konzentrieren, von denen wir wissen, dass die Verbraucher sie haben möchten. Und mit denen wir Geld verdienen können.” Und das sind offenbar damals wie heute die guten, alten bunten Bausteine.