Jülicher Großrechner nimmt die Arbeit auf

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Der von Umweltforschern, Materialforschern und Elementarteilchenphysikern genutzte neue Supercomputer des Forschungszentrums Jülich hat seine Tätigkeit aufgenommen.

Der von Umweltforschern, Materialforschern und Elementarteilchenphysikern genutzte neue Supercomputer des Forschungszentrums Jülich hat seine Tätigkeit aufgenommen. Diese besteht aus etwa neun Billionen, also neuntausend Milliarden Rechenoperationen pro Sekunde. Das wird durch den neu angeschlossenen Supercomputer möglich, der auf eine effektive Leistung von 5 Teraflops geschätzt wird.
Er gilt als Europas schnellster Superrechner nach dem umstrittenen Benchmark ‘Linpack’ und soll auch weltweit gut dastehen: Unter den zivilen Großrechnern nimmt er Platz 6 ein. Die Jülicher Forscher benötigen ihn, um in einer vertretbaren Zeit zu berechnen, wie sich Erdplatten aneinander reiben oder wie schwere Sterne im Zentrum einer Galaxie zu einem schwarzen Loch verschmelzen. “Früher waren Naturwissenschaftler allein auf Experiment und Theorie angewiesen, um zu Ergebnissen zu gelangen. Das Wissenschaftliche Rechnen hat ihre Arbeit revolutioniert”, so Dr. Thomas Lippert, Leiter des Zentralinstituts für Angewandte Mathematik (ZAM) am Forschungszentrum Jülich. “Immer dann, wenn ein Experiment zu aufwändig ist oder eine Theorie nicht mit Papier und Bleistift berechnet werden kann, sind die Wissenschaftler auf Computer-Simulationen angewiesen.”

“Das Wissenschaftliche Rechnen hat in Jülich eine lange Tradition”, betonte der Vorstandsvorsitzender des Forschungszentrums, Prof. Joachim Treusch, bei der Inbetriebnahme. “Mit dem neuen Supercomputer wird Jülich zum leistungsstärksten wissenschaftlichen Rechenzentrum in Europa.” Gemeinsam mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden des Forschungszentrums, Dr. Hermann Schunck vom Bundesforschungsministerium, startete Treusch einen “Computer-Wettlauf” zwischen dem jetzigen und dem neuen Jülicher Supercomputer. Anhand eines Beispiels aus der Umweltforschung wurde deutlich, dass der neue Supercomputer weit mehr als das Zehnfache der gegenwärtig verfügbaren Rechenleistung zu bieten hat. Dabei wurde simuliert, wie sich Schadstoffe im Grundwasser ausbreiten.

Der neue Supercomputer des Forschungszentrums kommt von IBM und besteht einer Mitteilung zufolge aus 41 Rechnerknoten mit insgesamt 1312 Prozessoren. Er sei damit in der Lage eine Spitzenleistung von nahezu 9 Teraflops zu erreichen. Mit 5,2 TeraByte besitze der neue Rechner einen besonders großen Hauptspeicher. Ein schnelles Netzwerk, sprich ein ‘High Performance Switch’ verbindet die 41 Knoten zu einem einheitlichen Gesamtsystem. Nur so wird daraus ein Supercomputer. Beim Jülicher Superrechner werde diese Technologie erstmals in der genannten Größenordnung eingesetzt. Die Hälfte der Rechenkapazität nutzen Wissenschaftler des Forschungszentrums und auch der Industrie, die andere Hälfte sei bundesweit für Projekte aus Wissenschaft und Forschung durch das John von Neumann-Institut für Computing (NIC) vergeben.