Musikindustrie will europäische ‘Musikpiraten’ verklagen

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Die Klagewelle der Musikindustrie gegen die Nutzer der Online-Tauschbörsen könnte jetzt erstmals nach Europa schwappen.

Die Klagewelle der Musikindustrie gegen die Nutzer der Online-Tauschbörsen könnte jetzt erstmals nach Europa schwappen. “Noch in diesem Jahr wird es wahrscheinlich die ersten Klagen geben”, sagte Allen Dixen, General Counsel of the ‘International Federation of the Phonographic Industry’ (IFPI), dem Wallstreet Journal.
In Europa sei ein Rückgang des illegalen Musik-Downloads längst überfällig, meint Dixen. So hätten die Deutschen im ersten Halbjahr des Jahres 2003 erstmals mehr illegale Musikdateien aus dem Netz geladen und Musik-CDs schwarz kopiert, als sie gekauft hätten. In diesem Zeitraum sei der Umsatz der deutschen Musikindustrie um 18,1 Prozent eingebrochen.

“Es hat eine gewisse Wahrscheinlichkeit, dass wir jetzt etwas unternehmen”, kommentierte Dr. Hartmut Spiesecke, Leiter der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Bundesverbandes der Phonographischen Wirtschaft, den Zeitungsbericht gegenüber silicon.de. Der Bundesverband ist Mitglied der IFPI. Man könne die Piraten über die IP-Adresse identifizieren, so Spiesecke. Der Bundesverband hätte im letzten Jahr eine Informationskampagne gegen den illegalen Musik-Download gestartet. “Wer Ärger vermeiden will, soll die Finger von den Angeboten lassen”, sagt Spiesecke.

Nach dem Bericht des Wallstreet Journals haben die Klagen der Musikindustrie in die USA zu einem Rückgang des illegalen Downloads geführt. Die Einnahmen der Musikindustrie seien im letzten Jahr lediglich um 0,8 Prozent zurückgegangen.