Media Player bleibt Teil von Windows

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Die Europäische Union hat zwar das Wettbewerbsverfahren gegen den Softwerker Microsoft noch nicht abgeschlossen, es scheint aber eine Entscheidung gefallen zu sein.

Die Europäische Union (EU) hat zwar das Wettbewerbsverfahren gegen den Softwerker Microsoft noch nicht abgeschlossen, es scheint aber eine Entscheidung gefallen zu sein. Wie das Wall Street Journal erfahren hat, bleibt Media Player Teil des Betriebssystems. Microsoft muss aber PC-Händlern die Möglichkeit geben, andere Multimedia-Komponenten zu installieren, oder den Umfang des Media Players im System zu verringern.
Mit diesem Schritt macht die EU dem Gates-Konzern offenbar Zugeständnisse, denn der hatte immer darauf bestanden keine gesonderte, abgespeckte Windows-Version, also ohne den Media Player, für Europa anbieten zu müssen. Darauf gehen die Wettbewerbshüter anscheinend ein mit dem Argument, ansonsten könnten billig produzierte, illegale Vollversion den Markt überschwemmen. Wie viel Software-Code Microsoft für den Deal offen legen müsste, sollte die Entscheidung verbindlich werden, ist noch nicht klar. Voraussichtlich werden sich die Parteien um diesen einen Punkt noch streiten, denn die Redmonder geben sehr ungern proprietären Code frei.

Mit dem Kompromiss will der für den europäischen Binnenmarkt verantwortliche Kommissar Frits Bolkestein endlich einen Schlussstrich ziehen und die Akte Microsoft wenigstens in diesem Fall schließen. Bereits im Vorfeld hatte er sich dahin gehend geäußert, einem Kompromiss zuzustimmen. Kurz vor dem Einlenken hatte Microsoft das Angebot gemacht, eine CD-ROM mit Anwendungen der Konkurrenten beizulegen. Das war noch abgelehnt worden.