Verlustgeschäft? Schlumberger Sema stößt deutsche Tochter ab

Management

Die Mehrheit der IT-Dienstleister in Deutschland plant an ihren Kunden vorbei.

Für Hartmut Lademacher hat sich das Geschäft gerechnet: Die von ihm mitbegründete Softwarefirma für Billing-Aufgaben LHS Group hat beim Verkauf zur Peak-Zeit der High-Tech-Blase im Jahr 2000 stolze 4,7 Milliarden Dollar gebracht. Der damalige Käufer, die französische Software- und Beratungsfirma Sema, 2001 für rund 5,7 Milliarden von Schlumberger übernommen und seitdem bekannt als Schlumberger Sema, muss sich nun  wieder von der Billing-Sparte trennen – für einen Spottpreis, weiß die US-Fachpresse.
Ausgerechnet an ein Investmenthaus von Lademacher soll die ehemals selbständige Firma gehen und ein knappes Zehntel des ursprünglichen Preises erzielen, vermuten Analysten gegenüber dem Magazin Lightreading. Die ausgegründete Firma soll wieder den ursprünglichen Namen LHS tragen und ihren Sitz in Frankfurt/Main einnehmen.

Auch das Produktportfolio soll sich nicht ändern. Nur, dass jetzt wohl wieder wie vor dem Jahr 2000 vor allem deutsche Mittelständler angesprochen werden. Die Spezialität der Firma ist, wie vor dem Kauf, Software für Kundenpflege und Prozesse rund um die Rechnungserstellung. Die neue Firma soll in den nächsten Wochen bereits offiziell am Markt auftreten und sich den Kunden vorstellen, heißt es aus Frankfurt.

Für Schlumberger, die sich auf die ölverarbeitende Industrie spezialisiert haben, ist dieser Schritt ein wichtiger auf dem Weg zu mehr Kerngeschäft und weniger anderen Geschäftsfeldern. Analysten begrüßen dies entsprechend dem Trend zur Kosteneinsparung.