Raubkopierer machen mit U2-Platte Kasse

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Laut einer Gartner-Untersuchung hat sich der Verkauf raubkopierter CDs im letzten Jahr zu einem Monster mit einem Volumen von 4,5 Milliarden Dollar entwickelt.

Der Hehler von der Ecke im Golfklub? Laut einer Gartner-Untersuchung hat sich der Verkauf raubkopierter CDs im letzten Jahr zu einem Monster mit einem Volumen von 4,5 Milliarden Dollar entwickelt. So viel haben die Hehler im vergangenen Jahr weltweit an den vermutlich insgesamt 1 Milliarde gezogenen CDs verdient. Für Gartner macht das den Schwarzmarkt zu einem ernst zu nehmenden Gegner für die legale Industrie, die mit Produkten auf CDs handelt. U2-Sänger Bono Vox kündigte aus aktuellem Anlass kreative Gegenwehr an.
In der Musikbranche allein sind das denkbar große Schäden, denn nach Angaben der Phonoindustrie war 2003 jede dritte verkaufte Musik-CD raubkopiert. Der weltweite Musikmarkt wird weltweit nach Volumen zu 15 Prozent von den windigen Straßenhändlern gestaltet.

Das macht die Geschäfte, die oft mit der Produktion in Schwellenländern beginnen, für die Industrie zum Gegner Nummer eins. Lange Zeit war dieser Platz von der Internet-Download-Industrie besetzt. Auch Peer to Peer und freier Download sowie der Weg von den Napster-Ursprüngen zum heutigen iPod hat der Musikindustrie bisher schon Angst gemacht.

Die von offenbar ebensolchen Räubern bestohlene Band U2 hat sich jetzt in die Offensive gewagt – und zwar mit Apple an ihrer Seite: Bei einem Fototermin war der Band eine Erstpressung der neuen CD “Vertigo” entwendet worden. Doch Sänger Bono Vox, einer der vehementesten Verfechter der Urheberrechte für Musiker neben Metallica und Alicia Keys, reagierte öffentlich. Sollte die CD oder auch nur Auszüge davon in dieser Woche noch im Internet auftauchen, sagt er gegenüber der Presse, so werde das gesamte Album – zwei Jahre Arbeit – sofort im iTunes-Format für den iPod freigegeben. Ferner, so Bono Vox, werde das Album dann nicht wie geplant im November, sondern Ende des Monats in die Regale der Musikhändler kommen. Ob diese Drohung – Download für Apple-Hörer und ein früheres Release für alle – allerdings nicht nach hinten los geht und die Diebe erst recht anspornt, ist zu bezweifeln.