SCO will auch deutschen Firmen an die Wäsche

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Deutschen Linux-Usern droht ähnliches Ungemach von der SCO Group, wie den amerikanischen Kollegen.

Deutschen Linux-Usern droht ähnliches Ungemach von der SCO Group, wie den amerikanischen Kollegen. Derzeit sind Unternehmen im deutschen Rechtsraum noch von einer einstweiligen Verfügung geschützt. So darf SCO nicht behaupten, dass Unternehmen, die Linux verwenden, gegen Urheberrecht verstoßen und somit haftbar gemacht werden können. Gregory Blepp, Vice President bei SCO erklärte, er arbeite jedoch mit Hochdruck daran, die rechtlichen Voraussetzungen für Maßnahmen gegen Linux-User zu schaffen.
Die einstweilige Verfügung wurde in einem Rechtsstreit der Bremer Linux-Firma Univention mit der deutschen Niederlassung von SCO erwirkt. In Folge dessen darf SCO nicht wie in den USA behaupten, dass Linux unrecht erworbenes Eigentum enthält, Linux ein nicht autorisiertes Derivat von Unix sei und Linux-User strafrechtliche Verfolgung zu fürchten hätten. Sollte sich die Rechtslage zugunsten von SCO ändern, dann werde sich das Unternehmen weitere Schritte vorbehalten.

Blepp erklärte gegenüber silicon.de, dass es zu der Verfügung aus strategischen Überlegungen gekommen sei. Denn um in Deutschland derartige Behauptungen aufstellen zu dürfen, müsse man vor Gericht entsprechende Beweise vorlegen. Diese Beweise könne sein Unternehmen jedoch noch nicht öffentlich machen, um die Strategie im Prozess gegen IBM nicht zu gefährden.

Zunächst wolle SCO im großen Stil Linux-Anwender über die Ansprüche von SCO informieren. Das Unternehmen behalte sich überdies vor, ähnliche Schritte einzuleiten wie in den USA, erklärte Blepp. Dort wurden 3000 Unternehmen aufgefordert, die Verwendung von Linux offen zu legen. Unternehmen können sich derzeit im Rahmen eines Programms eine SCO-Lizenz für 600 Dollar pro Prozessor erwerben, um nicht Gefahr zu laufen, angeklagt zu werden.

SCO hatte in den USA den Autohändler Autozone wegen Verwendung von Linux verklagt. Auch mit IBM und seit kurzem mit DaimlerChrysler führt das Unternehmen einen Rechtsstreit wegen der Verletzung von Lizenzvereinbarungen. SCO wirft IBM und dem Autohersteller vor, Unix-Code, an dem SCO Rechte hält, in die GPL (General Public License) übertragen zu haben.