Intel bohrt PDAs für Multimedia auf

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Video auf dem PDA ist schick, doch sollte der Akku länger als 15 Minuten halten. Dafür wollen jetzt Intels neue Spar- und Grafikchips sorgen.

Ohne zu ruckeln legt sich die Hand auf die Gangschaltung, und im fünften Gang wird das Cabriolet im Sonnenuntergang reibungslos kleiner. Das war ein kleiner filmischer Vorgeschmack auf die neue PDA-Generation mit energiesparendem Multimedia-Prozessor. Über 5 Stunden Kino-Vergnügen am smarten Handy sollen laut Intel möglich sein. Wer lieber in 3D-animierten dunklen Gängen virtuelle Gegner abballert, wird das eventuell auch auf dem Weg zur Arbeit auf seinem Pocket-PC tun können.
Um das unverruckelte und rechenintensive Multimedia-Erlebnis auf dem Handheld möglich zu machen, hat Intel eine neue Chip-Familie entwickelt. Die PXA270-CPUs soll in Smartphones und PDAs zum Einsatz kommen. Bei der Entwicklung hat der Halbleitergigant besonderes Augenmerk auf Multimedia-Fähigkeiten, Energieeffizienz und Sicherheit gelegt.

Der PXA270 integriert Befehlssätze aus der Wireless MMX-Technik von Intel. Mit der Xscale-Technik und mit bis zu 624 MHz können einige PXA270-Familienmiglieder auch Spiele mit 3D-Grafik und hoch auflösende Videos auf das Display schicken. Für die beinahe schon unerlässlichen Kamerahandys ist mit den neuen Chips auch vorgesorgt. Mit der ‘Quick Capture’-Technik sollen nicht nur Bilddateien mit 4 oder mehr Megapixel energiesparend und schnell berechnet werden, auch eine Vorschau des Schnappschusses ist dann laut Intel in Echtzeit möglich.

Mit der MMX-Technik soll laut Hersteller ein Telefon, das mit einem 312 MHz Intel-Prozessor ausgestattet ist, die gleiche Performance wie ein Gerät mit einem 520 MHz ARM-Prozessor bei Multimediaapplikationen erreichen. Das Flaggschiff mit 624 MHz könne dann die Leistung eines herkömmlichen 775 MHz-Prozessors bringen. Über die niedrigere Taktfrequenz lässt sich Stromverbrauch und Abwärme senken, wodurch der Akku geschont werde.

Als Unterstützung für Highend Multimedia-Anwendungen bringt Intel den ‘2700G Multimedia Accelerator’. 2700G ist auf zwei und dreidimensionale Grafiken spezialisiert. Über ‘On Die’-Memory, also Speicher, der auf dem Prozessor selbst angebracht ist, könne der Accelerator den Bedarf an Bandbreite im Systembus um bis zu 95 Prozent verringern. Auch die Befehlssätze wurden auf die speziellen Grafik-Anforderungen zugeschnitten.

Damit die Daten innerhalb des Gerätes schnell übertragen werden hat Intel den Front Side Bus verbessert. So könne der Datenaustausch zwischen Applikations- und Kommunikations-Prozessor bis zu 416 Mb/s skaliert werden. Über zwei unabhängige Schnittstellen können Daten mit 1, 2 oder 4 Bit transferiert werden.

Intel gibt an, dass eine Batterie, die den PXA270 beim Abspielen eines Filmes im QVGA-Modus speist, im Vergleich mit dem Vorgänger, PXA262, 77 Prozent länger hält. MP3s laufen statt 10 Stunden mit dem neuen Chip jetzt rund 15 Stunden. Bei Videoaufnahmen kann rund 60 Prozent mehr Material gefilmt werden als mit dem Vorgänger.

Erreicht hat das Intel über das Wireless Speed Step (WSS) Power Management. Das ist eine Software, die CPU-Leistung überwacht. Muss die CPU überhaupt nicht oder nur wenig rechnen, wird die Stromzufuhr und auch die Frequenz im Prozessorkern dynamisch angepasst. Auch Arbeitsspeicher und Grafik-Prozessoren lassen sich so in Bruchteilen von Millisekunden auf ‘Stand by’ schalten.

Die Wireless Trusted Platform bietet für verschiedene Bereiche Sicherheitsfeatures. So bietet der Chip Unterstützung für eine VPN-Verbindung (Virtual Private Network). Die Verschlüsselung kann ohne großen Performance-Verlust hergestellt werden. Daneben werden unter anderem auch die Protokolle SSL (Secure Socket Layer), OMA-DRM (Open Mobile Architecture) und auch andere Verschlüsselungsstandards unterstützt.

Ein anderes Hardware-Sicherheits-Feature auf dem Chip ist der Schutz gegen Boot-Trojaner. ‘Trusted Boot ROM’ überprüft beim Hochfahren das Betriebssystem auf zufällig oder böswillig veränderten Code. Erkennt der Boot-Schutz einen Virus, dann blockt er das Programm ab.

Gerade bei mobilen Geräten ist natürlich auch die Größe des Prozessors entscheidend. Intel hat deshalb die einzelnen Bausteine, wie den Flash- und DRAM-Speicher, wie bei einem Sandwich auf einander gestapelt. Die ALU (Arithmetic Logic Unit) wurde aber von den Speichern getrennt, um auf Veränderungen am Markt besser reagieren zu können.

Die ersten Geräte mit einem PXA270 und dem 2700G werde es in den nächsten Wochen geben. Intel plant zudem Features für den Mobilfunkstandard UMTS. Brenden Mielke, Marketing Manager bei Intel, erklärte, dass der Chipgigant zwar bereits entsprechende Gespräche führe, aber erst im Verlauf dieses Jahres mit ersten Ergebnissen zu rechnen sei.

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