Amerikaner verpassen DVDs und Spam-Mails den Keuschheitsgürtel

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Hollywood-Regisseure und Spammer haben seit neuestem ein gemeinsames Problem: Die Prüderie der Amerikaner

Hollywood-Regisseure und Spammer haben seit neuestem ein gemeinsames Problem: Die Prüderie der Amerikaner. So verspricht der Hersteller eines neuen DVD-Rekorders Filmvergnügen “frei von Unbehagen”, was heißt, dass anstößige Szenen automatisch ausgeblendet werden. Gleichzeitig müssen pornographische Spam-Mails künftig eindeutig als solche zu erkennen sein – noch bevor der anrüchige Inhalt sichtbar ist.
Der keusche DVD-Rekorder kostet knapp 80 Dollar und blendet automatisch alles aus, was anrüchig ist: Gewalt, nackte Haut, Alkoholika oder Joints werden gnadenlos übersprungen. “Das ist, als hätten Sie superflinke Finger und könnten die Knöpfe der Fernbedienung so schnell drücken, dass gewisse Szenen übersprungen oder stumm geschaltet werden”, heißt es auf der Homepage von Clearplay. Das Unternehmen mit dem bezeichnenden Namen hat die entsprechenden Filterfunktionen entwickelt.

Was anstößig ist und was nicht, entscheidet jedoch nicht die Software, sondern – offenbar moralisch einwandfreie – Clearplay-Mitarbeiter. 100 Hollywood-Streifen haben sie bereits nach potentiellen Verfehlungen durchsucht. Die entsprechenden Informationen sind in den DVD-Playern hinterlegt. Für monatlich fünf Dollar können monatlich die Listen bedenklicher Szenen für neu erfasste Filme von der Website heruntergeladen werden.

Doch beim Blick in den Computer lauert neue – ‘schmutzige’ – Gefahr: pornographische Spam-Mails. Laut einer Studie der US-Handelsaufsicht beinhalten fast 20 Prozent aller pornographischen Angebote Bilder mit Nackten, die aufploppen, ob man will oder nicht. Ab dem 19. Mai soll sich das ändern. In der Betreffzeile solcher Spam-Mails muss dann ‘Sexually-Explicit’ stehen, was soviel heißt wie ‘sexuell eindeutig’. Noch keuscher ist wohl nur, Computer und Fernseher ganz auszuschalten.