Gericht ahndet Verstoß gegen die GPL

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Vermutlich zum ersten Mal in der Geschichte wurde eine Gerichtsentscheidung auf der Basis der GNU GPL gefällt.

Vermutlich zum ersten Mal in der Geschichte wurde eine Gerichtsentscheidung auf der Basis der GNU GPL (General Public License) gefällt. Das Open-Source-Projekt iptables/netfilter hat vor dem Münchner Bezirksgericht eine Einstweilige Verfügung gegen den Router-Hersteller Sitecom erwirkt. Dieser hatte die Netfilter-Software in dem WLAN-Router WL-122 eingesetzt, aber der Community das Programm nicht wieder zur Verfügung gestellt, wie in der GPL gefordert.
Iptables/netfilter hatte sich in der Vergangenheit mit Herstellern wie Fujitsu-Siemens und Allnet geeinigt, doch hatte sich Sitecom nicht auf einen Kompromiss einlassen wollen, weshalb man den Weg vor Gericht gewählt habe, wie das Projekt in einer Mitteilung bekannt gab. “Meines Wissens ist das der erste Fall, in dem eine gerichtliche Entscheidung auf der Anwendbarkeit und Gültigkeit der GPL gefällt wurde”, erklärte Till Jäger, der die Entwicklergemeinschaft in diesem Fall vertritt.

“Wir sind in keiner Weise gegen die kommerzielle Nutzung von freier oder Open Source Software. Vor allem gibt es keine legalen Risiken bei einer GPL-Lizenz. Aber Händler haben sich an die Lizenzbedingungen zu halten, so wie bei jeder anderen, zum Beispiel proprietären Software auch”, kommentierte Harald Welte, Präsident des Projektes den Erfolg vor Gericht.