Microsofts FAT-Patent ist umstritten

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Wenn sich Microsoft an einer Stelle, wie bei Office 2003 öffnet, zieht das Unternehmen an anderer Stelle die Zügel wieder an.

Wenn sich Microsoft an einer Stelle, wie bei Office 2003 öffnet, zieht das Unternehmen an anderer Stelle die Zügel wieder an. So geschehen beim Dateisystem ‘FAT’ (File Allocation Table), an dem Microsoft das Patent hält. Seit einigen Monaten erhebt das Unternehmen relativ geringe Lizenzgebühren für das FAT File System, zum Beispiel bei Kamera-Herstellern, die jetzt 0,25 Cent pro Hardware-Teil oder ein Pauschale von 250.000 Dollar bezahlen müssen. Open Source Aktivisten sehen dadurch die Idee von freier Software bedroht.
Jetzt hat die Public Patent Foundation (PUBPAT) bei der US-Patentbehörde einen Antrag auf eine Revision des Patentes 517 gestellt. Zum einen sei die Technik schon vorher von IBM verwendet worden. Zum anderen sieht die Organisation in jeder Form von Gebühr für das Storage-Format den Versuch, freie Entwickler aus der Bahn zu werfen und Microsofts Monopolstellung weiter zu stärken.

“Freie Software ist auf eine Weise lizenziert, die Gebühren verbietet – man kann Microsoft nicht eine Gebühr bezahlen und auf der anderen Seite Software gratis weiter geben”, erklärte Dan Ravicher, Executive Director von PUBPAT. So sei Microsofts Vorgehensweise bei weitem gefährlicher als die von SCO losgetretene Klagewelle. Denn würden immer mehr Lizenzgebühren erhoben, so müsste das Konzept für eine freie Software-Distribution bald aufgegeben werden, erklärt der Ravicher.

“Das Paten 517 fügt der Öffentlichkeit einen nicht zu beziffernden Schaden zu, da es als Werkzeug von Microsoft benutzt wird, um das Monopol auszudehnen und auch den Wettbewerb von freier Software einzudämmen”, heißt es in dem offiziellen Schreiben der Organisation. “Microsoft bietet keine Lizenzen für den Gebrauch des Patentes in freie Software an.” So würde dadurch auch die Interoperabilität von freier Software mit anderen Geräten, die unter Microsoft laufen, unterbunden.

Daneben, so das Schreiben der PUBPAT weiter, sei das Patent erst 1996 verliehen worden. Ähnliche Patente seien schon von IBM und Xerox in den Jahren 1988, 1989 und 2000 angemeldet worden. Weshalb das Microsoft-Patent ungültig sei.

Doch sind auch andere Seiten bei Microsoft zu beobachten: Das Unternehmen hat angekündigt, das XML-Schema für die Visualisierungssoftware ‘Visio’ und den DataDiagramML, einer Software für Diagramme, dem ‘Office 2003 XML Reference Schema Program’ hinzuzufügen. Diese sind jetzt im Microsoft Developer Network zu bekommen. Für WordprozessingML, das XML-Dateiformat für Word-Dokumente, sowie für Excel und Infopath liegen bereits die Schemata vor.