Schily und Ballmer marschieren Hand in Hand gegen das Böse

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Die deutsche Bundesregierung hat mit Microsoft-Chef Steve Ballmer eine Vereinbarung getroffen.

Die deutsche Bundesregierung hat mit Microsoft-Chef Steve Ballmer eine Vereinbarung getroffen, um künftig besser “Attacken von Computer-Kriminellen auf die Sicherheit der kritischen Infrastruktur in Deutschland” abwehren zu können.
“Die Zahl der Angriffe durch Viren, Würmer und Hacker hat drastisch zugenommen. Und die Angriffe werden immer gefährlicher”, sagte Bundesinnenminister Otto Schily. Nach den Worten von Schily wird Microsoft künftig das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik bei der Beratung von Betreibern kritischer Infrastruktureinrichtungen unterstützen. Dieses Verfahren soll die Computersicherheit in Bereichen wie Energie, Transport und Finanzwesen kontinuierlich verbessern. Weitere Details zur Kooperation könne man wegen der “heiklen Natur der Sache” nicht nennen. An der Firewall der Bundesverwaltung seien allein innerhalb von sechs Wochen 2,5 Millionen E-Mails abgefangen worden, die mit Viren oder anderen Schadensprogrammen infiziert gewesen seien, nannte der Bundesinnenminister ein Beispiel für die Brisanz der Situation. “In manchen Wochen war fast jede dritte E-Mail infiziert”, sagte Schily.

Microsoft-CEO Ballmer nannte die Vereinbarung mit dem Innenministerium ein Pilotprojekt für andere Regierungen in aller Welt. Deutschland nehme beim Thema IT-Sicherheit eine Vorreiterrolle in Europa ein, lobte er die künftigen Investitionen. Ballmer: “Vor zweieinhalb Jahren hat Bill Gates den Fokus unserer Firma auf das Thema Sicherheit ausgerichtet. Und das Thema Sicherheit hat heute noch Top-Priorität.”

Schily betonte die große Rolle, die Microsoft-Produkte in der Öffentlichen Verwaltung hätten. Nach Angaben des Softwareriesen ist beispielsweise die deutsche Polizei die größte IT-Anwendergruppe in der Bundesrepublik und verfügt über Windows-Kenntnisse, sagte kürzlich ein Unternehmensvertreter auf dem Polizeikongress von Microsoft in Wiesbaden. In Bereichen wie dem Büroprogramm Office habe das Unternehmen den De-facto-Standard gesetzt. “Wir wollen uns aber nicht von den Produkten eines einzelnen Herstellers abhängig machen und fordern deshalb ein, dass Microsoft-Programme mit den Produkten anderer Hersteller und mit Open-Source-Software zusammen arbeiten”, sagt Schily. Ballmer entgegnete, der von Schily geforderte Wettbewerb werde auch zu einer Verbesserung der Sicherheit bei Microsoft führen.